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Mistel-Therapie

Befreit vom Mythos der Druidenmedizin

Die Mistel-Therapie wird in der begleitenden Behandlung von Tumoren seit langem geschätzt. Allerdings war sie in der Schulmedizin umstritten, da die beschriebene immunstimulierende Wirkung und der positive Einfluß auf die Lebensqualität nur durch Erfahrung gestützt wurden. Nunmehr konnte in der Ca-ML-Studie mit Lektinol® eine Wirkung wissenschaftlich belegt wird.

Die Mistel-Therapie kann die Standard-Tumor-Behandlung ergänzen bzw. optimieren. "Keinesfalls tritt sie in Konkurrenz", betonte Professor Joseph Beuth, Köln. Als wichtigste immunaktive Komponente wurde das Mistellektin (ML-1) identifiziert. Im Mausmodell hat ML-1 zum Beispiel deutlich antimetastatische beziehungsweise antitumorale Aktivitäten gezeigt. Außerdem konnte man immunschützende Effekte bei Mäusen feststellen, die vorher mit Chemotherapie behandelt worden waren, erläuterte Beuth.

Den Nachweis der klinischen Wirksamkeit konnte erstmals die von Dr. Michael Schäfer, Köln, vorgestellte Ca-ML-Studie erbringen. Im Vordergrund der Studie stand das Vorhaben, mit Hilfe international eingesetzter Selbstbeurteilungsskalen die Wirksamkeit von Lektinol® auf die Lebensqualität nachzuweisen. Darüber hinaus wurden immunologische und hämatologische Parameter sowie Verträglichkeit und Sicherheitsparameter bestimmt.

Krankheitsspezifische Müdigkeit verringert

Die Analyse der Ergebnisse erbrachte insbesondere für die mittlere Dosis (0,5 ml Lektinol, 30 NG Mistellektin/ml) deutliche Therapievorteile gegenüber Placebo. Als stark verbessert empfanden die Patientinnen die Kriterien "Müdigkeit", "sexuelles Interesse" und "Überlegung, sich tatsächlich mit Chemotherapie behandeln zu lassen". Deutlich verändert waren auch die Parameter "Gefühl der Übelkeit oder Erbrechen" und "Appetit bzw. Geschmack". Lektinol® wirkt sich gerade dort am meisten aus, wo die Frauen während der Chemotherapie die stärkste Belastung empfinden, nämlich bei der krankheitsspezifischen Müdigkeit, erklärte Schäfer. Die Zahl von T-Helfer-Lymphozyten nahm proportional zur Lebensqualität zu. Die Therapie wurde ausgezeichnet vertragen. Lokale Reaktionen an der Einstichstelle führten in keinem Fall zum Abbruch der Therapie.

Chemotherapie leichter zu ertragen

Während die Mistel-Therapie früher als "magisches Prinzip" galt, als Mittel zur Selbsthilfe für Tumor-Patienten, spricht nunmehr alles für das Vorhandensein eines echten Wirkprinzips, so Professor Gerd A. Nagel, Freiburg. Die Lebensqualität der Patienten wurden durch den normierten und stabilisierten Mistelextrakt deutlich verbessert. Dadurch fühlten sie sich besser, und konnten die Chemotherapie leichter ertragen. Inwieweit Einflüsse der Substanz auf die Abwehrmodulation und auf das Blutbild die Prognose positiv beeinflussen, müssen nach Ansicht von Nagel weitere klinische Untersuchungen zeigen. In jedem Fall sollte die Mistel-Therapie Patienten mit ausgewählten bösartigen Tumoren nicht mehr vorenthalten werden.

Autor:

Dr. Bolz
Hauptstr. 62
45549 Sprockhövel
www.praxis-bolz.de