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Schilddrüsenwerte

Schlapp, müde, lustlos oder eher kribbelig und unruhig?
Wenn die Schilddrüse verrückt spielt, leidet der gesamte Organismus

Die Funktion der Schilddrüse lässt sich am besten mit der eines Gaspedals vergleichen. Die Schilddrüsenhormone, das Trijodthyronin (T3) und das Thyroxin (T4), aktivieren die Maschine Mensch, sie bringen das Herz zum Rasen und beschleunigen die Atmung, erhöhen die Körpertemperatur und lassen die Haut schwitzen. Sie sorgen dafür, dass der Körper mehr Energie bereitstellt und damit leistungsfähiger ist. Und sie fördern das Wachstum.

Steuerzentrale im Gehirn

Gesteuert wird die Schilddrüse über einen komplexen Regelkreis. Im Hypothalamus, einer etwa pflaumengroßen Region im Zwischenhirn, wird ständig die Höhe der im Blut fließenden Schilddrüsenhormone gemessen. Fällt der Spiegel ab, geht ein Signal mittels weiterer Hormone an die Schilddrüse: Mehr Schilddrüsenhormone produzieren! Steigt der Blutspiegel an Schilddrüsenhormonen zu stark an, funktioniert der Regelkreis genau umgekehrt. So positiv die Schilddrüsenhormone sind, wenn sie in der richtigen Menge produziert werden, so negativ kann es sich auswirken, wenn zu wenig oder zu viel dieser Hormone zur Verfügung stehen. Unterversorgte Patienten sind müde und antriebsarm, sie denken und handeln langsamer als andere Menschen, neigen zu Verstopfung und Kälteempfindlichkeit, ihre Haut wird trocken und teigig und schuppt sehr stark. Patienten mit einer Überproduktion hingegen sind nervös, schlafen schlecht, schwitzen stark, nehmen drastisch an Gewicht ab und leiden häufig unter Herzrhythmusstörungen. Beide Gruppen haben eines gemeinsam: Sie würden am liebsten aus ihrer Haut fahren. Die bekannteste Schilddrüsenkrankheit ist der Kropf, eine gleichmäßige oder knotige Vergrößerung der Schilddrüse. Häufigste Ursache ist ein chronischer Jodmangel in der Nahrung bzw. im Trinkwasser. Die Schilddrüse vergrößert sich, um dadurch mehr Jod - ein Baustein des Schilddrüsenhormons - einfangen zu können. Für eine Über- oder Unterfunktion sind gelegentlich aber auch andere Vorgänge verantwortlich: körpereigene Immunzellen, die die Schilddrüse angreifen und zerstören oder auch überstimulieren können.

Darauf achten, ob der Halsumfang zunimmt

Um einer Schilddrüsenfehlfunktion auf die Spur zu kommen, wird einfach die Konzentration der Schilddrüsenhormone (T3 und T4) sowie des Schilddrüsen-stimulierenden Hormons (TSH) im Blut gemessen. Eine solche Untersuchung empfiehlt sich vor allem, wenn man merkt, dass der Hals dicker wird (etwa wenn man sich Hemden oder Blusen mit einer größeren Kragenweite kaufen muss), oder wenn beispielsweise das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit aus unklaren Gründen beeinträchtigt sind.

Fazit:

Auch wenn sich durch die Einführung jodierter Lebensmittel die Jodversorgung der Bevölkerung in Deutschland verbessert hat, besteht nach wie vor Jodmangel in Deutschland. Die zusätzliche Verwendung von Jodtabletten speziell bei Risikopersonen (schwangere und stillende Frauen, Jugendliche in der Pubertät) sollte deshalb zur Vorbeugung von Schilddrüsenvergrößerung konsequent durchgeführt werden.

Autor:

Dr. Bolz
Hauptstr. 62
45549 Sprockhövel
www.praxis-bolz.de