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Früherkennungsmaßnahmen und vom Patienten gewünschte Untersuchungen

Die Richtlinien für ärztliche Maßnahmen bei Frauen und Männern vom 36. Lebensjahr an zur Früherkennung dienen zur rechtzeitigen Aufdeckung von häufig auftretenden Krankheiten, die wirksam behandelt werden können und deren Vor- oder Frühstadium durch diagnostische Maßnahmen erfaßbar sind.

Die Versicherten haben jedes zweite Jahr Anspruch auf eine ärztliche Gesundheitsuntersuchung. BARMER-Versicherte, die an dem Hausarztmodell teilnehmen, haben einen jährlichen Anspruch auf die Gesundheitsuntersuchung.

Die umfassende ambulante Vorsorgeuntersuchung (der sogenannte "Generalcheck") gehört nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Der "Generalcheck" liegt außerhalb der Zuständigkeit der gesetzlichen Krankenversicherung. Leistungen zur Früherkennung von Krankheiten sind nur sehr eingeschränkt und nur in genau definiertem Umfang Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Hierzu gehören die ab dem 35. Lebensjahr jedes zweite Jahr mögliche Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten, insbesondere von Herz-, Kreislauf- und Nierenerkrankungen sowie der Zuckerkrankheit, die für Frauen ab dem 20. und für Männer ab dem 45. Lebensjahr vorgesehene jährliche Untersuchung von Krebserkrankungen und die Untersuchungen zur Krankheitsfrüherkennung bei Kindern.

Die von den der gesetzlichen Krankenkassen angebotenen Gesundheitsuntersuchung nach § 25 SGB V hat einen deutlich geringeren Untersuchungsumfang als der "Generalcheck". Während die gesetzliche Gesundheitsuntersuchung im wesentlichen nur die ausführliche Anamnese, Untersuchung von Herz und Lunge sowie bestimmte Laboratoriumsuntersuchungen beinhaltet, ist der Leistungsumfang des "Generalchecks" mit Blick auf Alter und individuelle Erwartungen des Patienten variierbar und enthält neben der eingehenden Anamnese und einer Vielzahl von Laborleistungen noch eine umfassende körperliche Untersuchung. Der Generalcheck kann deshalb nur als privatärztliche Behandlung durchgeführt und abgerechnet werden.

Ergibt sich aufgrund der Durchführung des "Generalchecks" ein Krankheitsverdacht, so gehören alle weiteren Abklärungsuntersuchungen zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung, die der Versicherte mit seiner Krankenversicherungskarte in Anspruch nehmen kann oder bei freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse Versicherten von der Kasse zu erstatten sind. Die Leistungen, die zum Generalcheck gehören, bleiben jedoch privatärztliche Leistungen und sind nach der GOÄ abzurechnen.

Sollten Sie jedoch den Wunsch haben, vor Ablauf dieser gesetzlichen Frist eine erneute Gesundheitsuntersuchung durchführen zu lassen, ist dies prinzipiell möglich. Leider übernehmen in diesen Fällen die gesetzlichen Krankenkassen die dafür anstehenden Kosten nicht.

Um diese sinnvollen Untersuchungen nicht durch übermäßige Kosten zu verhindern, sind wir bereit, diese freiwillige Untersuchung zum einfachen Gebührensatz für Ärzte (GOÄ) durchzuführen. Die Höhe richtet sich nach dem gewünschten Umfang der Untersuchungen sowie der Laborparameter.

Ebenfalls als private Inanspruchnahme ärztlicher Leistung sind vom Patienten aus gewünschte Untersuchungen, für die aus medizinischen Gründen keine (oder noch keine) Veranlassung gibt (z. B. Ultraschallkontrollen bei bekannten Gallensteinen, Schilddrüsenkontrollen). Ebensolches gilt für Belastungs-EKGs für den Koronarsport (Belastungs-EKG mit Untersuchung, Auswertung und Bescheinigung nach GOÄ (1-6-652-75) € 101,22). Selbstverständlich sind auch Reiseberatungen oder Versicherungsuntersuchungen keine Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse.

Autor:

Dr. Bolz
Hauptstr. 62
45549 Sprockhövel
www.praxis-bolz.de