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Die Jugendgesundheitsberatung/-untersuchung

Ein Gesundheits-Check für Jugendliche
im Alter von 12 bis 15 Jahren

Seit wann gibt es die Jugendgesundheitsuntersuchung?

Ausgearbeitet wurden die Richtlinien zur Jugendgesundheitsuntersuchung vom „Arbeitsausschuß Prävention“ des Bundesausschusses von Ärzten und Krankenkassen. Er orientierte sich bei seinen Beratungen an einem Konzept des Arbeitskreises „Prävention im Jugendalter“ des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung, dem jugendmedizinische Experten aus Klinik und Praxis angehören. Das Konzept basiert auf den Erfahrungen mit den seit 1994 in zahlreichen Kassenärztlichen Vereinigungen erprobungsweise durchgeführten Jugendgesundheitsuntersuchungen und –beratungen. Darüber hinaus wurden internationale Empfehlungen berücksichtigt. Damit wird zum 1. Oktober 1998 die Jugendgesundheitsuntersuchung für die anspruchsberechtigten Versicherten als Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung angeboten.

Die Jugendgesundheitsuntersuchung

  • ist für Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren eine wichtige Vorsorgeuntersuchung, die einmalig in Anspruch genommen werden kann
  • ist ein Check der körperlichen und seelischen Gesundheit Ihres Kindes
  • ist eine kosten- und zuzahlungsfreie Leistung der gesetzlichen Krankenkassen
  • macht Ihr Kind mit dem Arzt als einer möglichen Vertrauensperson bekannt
  • ist also eine wertvolle Chance für die Gesundheit Ihres Kindes

Warum Ihr Kind zwischen 12 und 14 Jahren diese Beratung/Untersuchung nutzen sollte?

Aktuelle Studien zeigen, um die Gesundheit unserer Kinder steht es nicht so gut, wie wir glauben. Geschätzt wird, daß
  • jeder zehnte Jugendliche unter Asthma leidet
  • jeder Dritte allergische Symptome aufweist
  • rund 15 Prozent übergewichtig sind
  • bei jedem Fünften stellen Ärzte fest, daß er (oder sie) nicht gut sehen kann.
Durch eine Früherkennung erhält Ihr Kind die wertvolle Chance, gesünder erwachsen zu werden.

Wer macht die Jugendgesundheitsuntersuchung?

Die Jugendgesundheitsuntersuchung wird von Kinderärzten, Allgemeinmedizinern, Praktikern und Internisten, die an der hausärztlichen Versorgung teilnehmen, durchgeführt.

Welche Untersuchungen gehören dazu?

Die Jugendgesundheitsuntersuchung besteht aus einzelnen Schritten, die ganz speziell auf den Entwicklungsstand von Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren ausgerichtet sind.

Zunächst werden eine Reihe von Fragen zu aktuellen Befunden und zu bisherigen Krankheiten gestellt. Diese Hinweise ergänzen die ausführliche körperliche Untersuchung: Dabei werden Körperdaten wie
  • Größe und Gewicht
  • Blutdruck
  • Harn- und evtl. Blutproben
  • Hals/Brust/Bauchorgane
  • Entwicklungsstand des Körpers
  • Impfstatus
  • Schilddrüse
  • Skelettsystem
  • kontrolliert und dokumentiert.
Aus der Befragung und den Untersuchungsergebnissen gewinnt der Arzt ein Gesamtbild von seinem jugendlichen Patienten.

Entscheidend dabei ist das vertrauensvolle Gespräch mit dem Arzt: Es gibt dem Jugendlichen das Gefühl, mit seinen Bedürfnissen und Problemen einen interessierten, kompetenten Partner zu haben.

Was möchten wir mit der Jugendgesundheitsuntersuchung erreichen?

Ziel der vorliegenden Richtlinien zur Jugendgesundheitsuntersuchung ist die Früherkennung von Erkrankungen, die die körperliche, geistige und soziale Entwicklung in nicht geringfügigem Maße durch Früherkennung psychischer und psychosozialer Risikofaktoren eine Fehlentwicklung in der Pubertät zu verhindern.
Darüber hinaus sind individuell auftretende gesundheitsgefährdende Verhaltensweisen frühzeitig aufzuklären.
Durch die Jugendgesundheitsuntersuchung sollen mögliche Gefahren für die Gesundheit der Anspruchberechtigten dadurch abgewendet werden, daß bei aufgefundenen Verdachtsfällen eine eingehende Diagnostik, Beratung und ggf. eine rechtzeitige Behandlung erfolgt.

Wie können Sie Ihren Kindern behilflich sein?

Irgendwann beginnen alle Kinder eigene Interessen zu entwickeln, eine eigene Persönlichkeit und Sexualität. In dieser Pubertätsphase sind sie dabei oft unsicher und ängstlich.

Bieten Sie Ihrem Kind an, es zum Arzt zu begleiten, falls gewünscht. Sie sollten sich aber auch keine Sorgen machen, wenn es lieber alleine und selbständig den Termin wahrnehmen möchte.

Ihr Kind sollte völlig unbelastet und möglichst aus eigenem Antrieb heraus zur Jugendgesundheitsberatung gehen. Alles was Ihr Kind mit dem Arzt bespricht, unterliegt der Schweigepflicht – auch Ihnen gegenüber!

Das ist gut so, denn nur so wird zwischen Ihrem Kind und dem Arzt das für eine erfolgreiche Beratung notwendige Vertrauensverhältnis möglich.

Sie erleichtern den Ärzten die Verwaltungsarbeit, wenn Ihr Kind eine Versichertenkarte und auch seinen Impfpaß dabei hat.

Autor:

Dr. Bolz
Hauptstr. 62
45549 Sprockhövel
www.praxis-bolz.de