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Aufklärung zur Schutzimpfung Masern, Mumps uns Röteln (MMR)

Masern, Mumps und Röteln sind weit verbreitete Erkrankungen, die durch Infektionen mit Viren (Masernvirus, Mumpsvirus, Rötelnvirus) hervorgerufen werden und vorwiegend im Kindesalter — aber auch bei Erwachsenen - auftreten. Da die Schutzimpfungen gegen Masern, Mumps und Röteln meistens kombiniert, d. h. durch ein Gemisch der drei Impfstoffe in einer Spritze, durchgeführt werden (sog. MMR-Impfung), werden die Krankheiten und die Impfung gemeinsam besprochen.

Es gibt keine Medikamente, mit denen Masern, Mumps oder Röteln geheilt werden können. Vor diesen Erkrankungen schützt nur die rechtzeitig und konsequent durchgeführte MMR-Impfung!

Masern sind eine häufig schwer verlaufende Krankheit, die leicht von Mensch zu Mensch übertragen wird. Sie geht mit hohem Fieber, Husten, Bindehautentzündung und einem typischen Hautausschlag (Exanthem) einher; die Erkrankung dauert etwa zwei Wochen. Häufig treten als Komplikationen Lungenentzündungen sowie Mittelohrentzündungen auf. Bei etwa einem von 1000 bis 2000 Masernkranken tritt eine Hirnentzündung (Enzephalitis) auf, die in je etwa 30 Prozent tödlich verlaufen oder zu bleibender geistiger und körperlicher Behinderung führen kann. Erwachsene sind durch Masern besonders gefährdet, bei ihnen treten diese Komplikationen häufiger auf.

Mumps ist eine Viruserkrankung, die mit Fieber, Kopfschmerzen und einer Schwellung der Speicheldrüsen (,‚Ziegenpeter“) einhergeht. Bei zumindest jedem zehnten Mumpskranken tritt zusätzlich eine Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) und gelegentlich des Gehirns (Enzephalitis) auf. Eine zwar seltene, aber typische Komplikation des Mumps ist ein Hörverlust. Bei jedem vierten jugendlichen oder erwachsenen Mann tritt eine Schwellung und Entzündung der Hoden auf, die selten auch zur Unfruchtbarkeit führen kann.

Röteln sind eine meist leicht verlaufende Viruserkrankung, die mit Fieber, Hautausschlag (Exanthem) und Lymphknotenschwellungen einhergeht. Nicht selten verläuft sie ohne Krankheitserscheinungen; auch diese Menschen können ihre Umgebung anstecken. Treten Röteln während der Schwangerschaft auf, so kann die Infektion auf das Kind im Mutterleib übergehen und bei diesem insbesondere Missbildungen an Auge, Ohr, am Herzen sowie im Gehirn verursachen.

Impfstoff

Der Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff besteht aus abgeschwächten, lebenden Viren der drei Arten, die sich im Geimpften vermehren; der Impfstoff wird gespritzt (durch intramuskuläre oder subkutane Injektion verabreicht).

Wer und wann soll geimpft werden?

Die kombinierte Masern-Mumps-Röteln-Schutzimpfung wird allen Kindern (Jungen und Mädchen) im Alter von 11 bis 14 Monaten empfohlen. Eine zu diesem Zeitpunkt versäumte Impfung kann zu jedem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Steht bei einem Kind die Aufnahme in eine Kinderbetreuungseinrichtung an, kann die erste MMR-Impfung schon früher gegeben werden — jedoch frühestens ab einem Alter von acht Monaten. Um einen sicheren Impfschutz zu erreichen, werden alle Kinder in einem Alter von 15 bis 23 Monaten erneut geimpft. Es kann aber auch bereits vier Wochen nach der Erstimpfung wieder geimpft werden. Wurde bereits im Alter zwischen acht und zehn Monaten geimpft, ist es wichtig, die zweite Impfung schon kurz noch dem ersten Geburtstag zu geben. Auch wenige Tage nach einer möglichen Ansteckung kann die Impfung unter Umständen noch schützen. Bitte suchen Sie in diesen Fällen einen Arzt auf.

Hinweis: Die Ständige Impfkommission empfiehlt nicht mehr die gesonderte Rötelnimpfung aller Mädchen ab dem elften Lebensjahr. Stattdessen soll bei allen Kindern und Jugendlichen geprüft werden, ob sie bereits zwei MMR Impfungen erhalten haben. Die Masern-Mumps-Röteln-Schutzimpfung von Personen, die bereits gegen eine oder mehrere dieser Krankheiten immun sind, ist risikolos.

Wer soll nicht geimpft werden?

Wer an einer akuten, behandlungsbedürftigen Krankheit mit Fieber leidet, soll nicht geimpft werden. Auch sollen Kinder mit einer Immunmangelkrankheit — angeboren, erworben, durch Medikamente bedingt — in der Regel nicht geimpft werden; in solchen Fällen fragen Sie den Hausarzt, wie dennoch ein Schutz zumindest gegen einzelne Erkrankungen bewirkt werden kann.

Die MMR-Impfung soll nicht bei Personen vorgenommen werden, die innerhalb der letzten drei Monate Immunglobulin (Gammaglobulin) erhalten haben oder bei denen im gleichen Zeitraum Blut übertragen wurde. (Durch Schutzstoffe — Antikörper — im Spenderblut gegen die genannten Viren kann die Impfung unwirksam bleiben.) Wird eine MMR-Impfung bei Jugendlichen oder Erwachsenen geplant, so ist zu beachten, dass sie nicht bei Schwangeren vorgenommen werden soll, da ein theoretisches Risiko für das Kind im Mutterleib durch das Impfvirus besteht. Aus dem gleichen Grund ist für die Dauer von drei Monaten nach der Impfung eine Schwangerschaft möglichst zu verhüten. Eine versehentliche Impfung während einer Schwangerschaft gilt jedoch nicht als Grund für einen Schwangerschaftsabbruch.

Verhalten nach der Impfung

Die Impfviren werden nicht auf Kontaktpersonen übertragen; die Impfung eines Kindes ist also risikolos, auch wenn in der Umgebung eine Schwangere lebt.

Mögliche Reaktionen nach der Impfung

Im Rahmen der normalen Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff kann die Impfstelle bei bis zu fünf Prozent der Geimpften schmerzen, anschwellen und sich röten. Gelegentlich schwellen nahe gelegene Lymphknoten an. Diese Erscheinungen treten in den ersten drei Tagen nach Impfung auf, selten halten sie länger an. Ebenfalls innerhalb der ersten drei Tage können Allgemeinsymptome auftreten wie Kopfschmerzen, Mattigkeit, Unwohlsein oder Magen-Darm-Beschwerden. Bei 5 bis 15 Prozent der Geimpften kommt es zu einer leichten bis mäßigen Temperaturerhöhung. Eine bis vier Wochen nach der Impfung zeigen etwa zwei Prozent der Geimpften leichte Anzeichen einer Masern-, Mumps- oder Röteln-Infektion, die so genannte „Impfkrankheit“: Es kommt zu Fieber z. B. verbunden mit einem schwachen masernähnlichen Ausschlag, den „Impfmasern“. Gelegentlich schwillt die Ohrspeicheldrüse leicht an. Bei Jugendlichen und Erwachsenen sind vorübergehende Gelenkbeschwerden (Arthralgie) beobachtet worden. Selten schwillt der Hoden vorübergehend leicht an oder die Funktion der Bauchspeicheldrüse ist gestört. In der Regel sind alle diese Erscheinungen vorübergehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab.

Impfkomplikationen

Reagiert ein Säugling oder ein junges Kleinkind auf die Impfung mit Fieber, kann es selten auch zu einem Fieberkrampf kommen. Dieser bleibt jedoch in der Regel ohne Folgen. Allergische Reaktionen sind sehr selten. Meist richten sie sich gegen Begleitstoffe im Impfstoff wie Gelatine oder Antibiotika. Über einen allergischen Schock (eine schwere allergische Reaktion) wurde nur in Einzelfällen berichtet. Ebenfalls nur in Einzelfällen kam es nach der Impfung zu Hautblutungen infolge von Gerinnungsstörungen. In der Regel klingen sie rasch und folgenlos ab. Sehr selten werden bei Jugendlichen und Erwachsenen länger anhaltende Gelenkentzündungen (Arthritiden) beobachtet. In zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung wurde in der Fachliteratur in Einzelfällen auch über verschiedene Erkrankungen z. B. des Nervensystems berichtet, bei denen ein Zusammenhang mit der vorangegangenen Impfung jedoch fraglich ist. Bei den in Deutschland zugelassenen Impfstoffen mit dem Mumps-Impfstamm ‚Jeryl Lynn‘ erscheinen gelegentliche Hirnhautentzündungen (Meningitis) theoretisch möglich, sind aber nicht beobachtet worden.

Hinweis: Eine Allergie gegen Hühnereiweiß spricht nicht gegen die MMR Impfung, da dieser Impfstoff nicht in Hühnereiern produziert wird. Hühnereiweiß (Ovalbumin) ist deshalb allenfalls in Spuren vorhanden, die kaum oder gar nicht nachweisbar sind. Wenn Sie irgendwelche ungewöhnlichen Krankheitssymptome bei dem Geimpften beobachten, so steht Ihnen der Impfarzt zur Beratung zur Verfügung.

Autor:

Dr. Bolz
Hauptstr. 62
45549 Sprockhövel
www.praxis-bolz.de