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Aufklärung zur Schutzimpfung gegen Typhus

Typhus ist eine durch das Bakterium Salmonella typhi hervorgerufene Infektionskrankheit. Es handelt sich um eine schwere Allgemeininfektion mit hohem Fieber von etwa 40 °C, die sich etwa über drei Wochen hinzieht. Das Fieber kann aber auch wochenlang anhalten. Weitere Begleiterscheinungen sind Durchfälle, Benommenheit sowie Milz- und Leberschwellung. Wegen seines uncharakteristischen Krankheitsbildes wird Typhus oft erst spät erkannt. Bei Komplikationen wie Darmblutungen oder Lungentyphus kann die Krankheit auch tödlich verlaufen. Ohne Behandlung mit Antibiotika sterben etwa zehn bis 15 Prozent der Erkrankten, mit Behandlung etwa ein bis zwei Prozent. Rund zwei bis drei Prozent der Erkrankten werden zu sogenannten Dauerausscheidern, die während ihres weiteren Lebens ansteckend bleiben können.

Die Verbreitung des Typhus in einem Land steht in engem Zusammenhang mit den dort herrschenden hygienischen Verhältnissen. Übertragen wird das Typhusbakterium durch mit Kot verunreinigte Nahrungsmittel und Getränke (z.B. fehlende Kanalisation und dadurch Verunreinigung des Trinkwassers) sowie durch Schmierinfektion von Mensch zu Mensch. Regelmäßiges Händewaschen und Vorsicht bei der Auswahl der Speisen ist deshalb dringend notwendig.

Typhus ist in den letzten Jahrzehnten in den meisten Industrieländern (auch Deutschland) selten geworden. Probleme bereiten vor allem im Ausland erworbene Typhus-Infektionen, bei denen zudem vermehrt Antibiotikaresistenzen beobachtet werden. Die Ansteckungsgefahr ist im Allgemeinen in Nord- und Zentralafrika am größten, aber auch in Asien, Süd- und Mittelamerika ist Typhus verbreitet, und auch in Südeuropa kann die Krankheit auftreten.

Impfstoff

Es stehen zwei Typen von Impfstoffen zur Verfügung: Schluckimpfstoffe und zu spritzende Impfstoffe (Injektionsimpfstoffe). Beide Impfstoff-Typen sind für Erwachsene und Kinder (ab dem zweiten Lebensjahr gleichermaßen geeignet. Die Typhus-Schutzimpfung kann gleichzeitig mit anderen Schutzimpfungen vorgenommen werden.

Im Wesentlichen enthalten die Schluckimpfstoffe unschädlich gemachte, lebende Typhusbakterien. Für einen vollständigen Impfschutz müssen drei Kapseln im Abstand von je zwei Tagen eingenommen werden, das heißt je eine an den Tagen 1, 3 und 5, jeweils eine Stunde vor einer Mahlzeit. Bei gelegentlichen Reisen in Typhusgebiete ist nach einem Jahr eine Wiederholungsimpfung nach gleichem Schema notwendig, bei ständigem Aufenthalt in einem Typhusgebiet wird eine Wiederholungsimpfung im Abstand von drei Jahren empfohlen.

Die Injektionsimpfstoffe enthalten im Wesentlichen ausgewählte, gereinigte Bruchstücke abgetöteter Typhusbakterien (Vi-Kapselpolysaccharid). Der Impfstoff wird einmal gespritzt (durch tief subkutane oder intramuskuläre Injektion verabreicht). Bei fortbestehender Infektionsgefahr wird nach drei Jahren eine Wiederholungsimpfung empfohlen.

Wer soll geimpft werden?

Die Impfung wird allen Reisenden in Gebiete empfohlen, in denen Typhus weit verbreitet ist (so genannte Endemiegebiete), besonders wenn sie unter schwierigen hygienischen Bedingungen reisen (vor allem Abenteuer- und Trekkingreisende). Da es bei Typhus symptomlose Dauerausscheider gibt, ist das Infektionsrisiko aber auch bei einem „Pauschalurlaub“ nicht auszuschließen, z.B. wenn Ausscheider von Typhusbakterien in Hotels oder als Küchenpersonal arbeiten. Die Impfung wird deshalb auch Pauschalurlaubern empfohlen.

Wer soll nicht geimpft werden?

Wer an einer akuten, behandlungsbedürftigen Krankheit mit Fieber leidet, soll nicht geimpft werden.

Bei folgenden Personen müssen Nutzen und Risiken der Typhus-Schutzimpfung sehr sorgfältig abgewogen werden:
  • Schwangere und stillende Frauen; über negative Auswirkungen einer Typhus-Impfung während der Schwangerschaft liegen jedoch keine Untersuchungsbefunde vor. Eine versehentlich während der Schwangerschaft vorgenommene Typhus-Impfung ist daher kein Anlass für einen Schwangerschaftsabbruch. Hinweis: Die Typhus-Schluckimpfung ist auch während der Stillzeit möglich, da Salmonellen nicht in die Muttermilch übertreten.
  • Kinder unter zwei Jahren.
Patienten, deren Immunsystem defekt ist (gleichgültig, ob diese Immunschwäche angeboren ist oder anderweitig erworben); den Schluckimpfstoff dürfen sie nicht erhalten, eine Injektionsimpfung ist unter Umständen möglich.

Um den Impferfolg nicht zu gefährden, sollte die Schluckimpfung nicht gleichzeitig mit einer Malariaprophylaxe, Abführmitteln, Antibiotika, Azulfidinen oder Sulfonamiden eingenommen werden.

In diesen Fällen berät sie der Impfarzt, wie Sie sich am besten gegen eine Typhus-Infektion schützen können.

Mögliche Reaktionen nach der Impfung

  • Nach einer Typhus-Schluckimpfung können Magen-Darm- Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen auftreten. Gelegentlich wird ein allgemeines Krankheitsgefühl beobachtet, das von erhöhter Temperatur, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost begleitet sein kann. Meist treten solche Störungen in den ersten beiden Tagen noch Beginn der Impfung auf und halten nicht länger als ein bis zwei Tage an.
  • Nach einer Typhus-Injektionsimpfung treten an der Impfstelle gelegentlich eine Schwellung, Rötung sowie Schmerzen und eine Verhärtung auf, die jedoch nach ein bis zwei Tagen wieder abklingen. Auch allgemeine Beschwerden wie eine kurzzeitige Temperaturerhöhung, Kopf- und Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit, Übelkeit und Durchfall sind vorübergehend.
  • Nach beiden Impfungen kann es in Einzelfällen zu einer allergischen Reaktion der Haut, der Bronchien oder des Kreislaufs gekommen, die sich z.B. in Ausschlag, Juckreiz, Atemnot oder niedrigem Blutdruck äußert.

Sind Impfkomplikationen möglich?

Die Typhus-Impfung ist eine sichere Impfung. Über das Auftreten bleiben- der Gesundheitsschäden nach dieser Impfung wurde bisher nichts bekannt.

Wenn Sie irgendwelche ungewöhnlichen Krankheitssymptome bei dem Geimpften beobachten, so steht Ihnen der Impfarzt zur Beratung zur Verfügung.

Vor Durchführung der Impfung bitten wir Sie zusätzlich um folgende Angaben:

  1. Sind Sie (der Impfling) gegenwärtig gesund?
  2. Ist bei Ihnen (dem Impfling) eine Allergie bekannt?
  3. Traten bei Ihnen (dem Impfling) nach einer früheren Impfung allergische Erscheinungen, hohes Fieber oder sonstige ungewöhnliche Reaktionen auf?

Falls Sie noch mehr über die Schutzimpfung gegen Typhus wissen wollen, fragen Sie den Impfarzt!

Autor:

Dr. Bolz
Hauptstr. 62
45549 Sprockhövel
www.praxis-bolz.de