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Aufklärung zur Schutzimpfung gegen Diphtherie, Wundstarrkrampf (Tetanus) und Keuchhusten (Pertussis) – DTPa, dTPa

Die Schutzimpfungen gegen Diphtherie, Wundstarrkrampf (Tetanus) und Keuchhusten (Pertussis) können mit Kombinationsimpfstoffen (DTPa, dTPa) als Dreifachimpfung durchgeführt werden. Es ist deshalb sinnvoll, diese drei Krankheiten und die zu ihrer Verhütung dienenden Impfungen gemeinsam zu besprechen. Auch moderne Behandlungsmöglichkeiten können die oft schwerwiegenden Krankheitsverläufe und die Folgen von Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten nicht immer verhindern. Vor diesen Erkrankungen schützt nur die rechtzeitig durchgeführte Schutzimpfung!

Diphtherie ist eine durch das Gift (Toxin) des Diphtheriebakteriums hervorgerufene lebensbedrohende Krankheit, die vorwiegend durch Tröpfcheninfektion mit der Atemluft übertragen wird. Vor Einführung der Impfung war die als Rachen-, Kehlkopf-, Nasen- und Wunddiphtherie auftretende Infektion eine der gefürchtetsten Erkrankungen im Kindesalter, aber auch im Erwachsenenalter, an der viele starben oder einen Herzmuskelschaden erlitten. Eine hohe Impfbeteiligung hat die Diphtherie in Deutschland bis auf wenige Erkrankungen zurückgedrängt. Da Diphtherie jedoch weltweit, besonders in einigen osteuropäischen Ländern, weiterhin auftritt, ist die Gefahr der Einschleppung in unser Land jederzeit gegeben.

Wundstarrkrampf (Tetanus) ist eine lebensgefährliche Krankheit, die Menschen in jedem Alter bedroht. Der vor allem im Erdreich und im Straßenstaub vorkommende Erreger kann durch Schnitt-, Riss-, Biss- oder Schürfwunden, auch kleinste sogenannte Bagatellverletzungen sowie bei sonstigen Schäden an der Hautoberfläche (offenes Ekzem, Verbrennungswunden, „offenes“ Bein) in die Haut gelangen, sich vermehren und das krankmachende Gift (Toxin) bilden. Muskelkrämpfe kennzeichnen das meist sehr schwere Krankheitsbild und können bei Beteiligung der Atemmuskulatur zu Erstickungsanfällen führen. Trotz moderner Behandlungsmethoden liegt die Sterblichkeit ungeimpfter Tetanuskranker noch immer bei mehr als 30 Prozent.

Keuchhusten (Pertussis) beginnt zumeist wie eine Erkältung. Im weiteren Verlauf treten schwere Hustenanfälle auf, oft kommt es auch zu Atemnot und Erbrechen. In den ersten sechs Lebensmonaten kann der typische Husten ausbleiben, stattdessen droht Atemstillstand. Bedrohlich ist der Keuchhusten zudem durch die hohe Rate schwerwiegender Komplikationen, von denen insbesondere Lungenentzündung, Mittelohrentzündung und bleibende Gehirnschäden zu nennen sind. Auch heute sind noch tödlich verlaufende Keuchhustenerkrankungen zu beklagen. Besonders durch Keuchhusten gefährdet sind Kinder mit bestehenden Herz- und Lungenkrankheiten sowie Säuglinge.

Impfstoffe

Die Impfstoffe gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten enthalten als wesentliche Bestandteile entgiftete Toxine (Toxoide) der Diphtherie- und Tetanuserreger. Der Keuchhustenimpfstoff-Anteil besteht aus den Teilen des Bakteriums, die den Organismus zur Bildung von schützenden Antikörpern anregen (azellulärer Pertussisimpfstoff). Der Impfstoff wird gespritzt (durch tief intramuskuläre Injektion verabreicht).

Wer und wann soll geimpft werden?

Es stehen zwei Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung. Der Kombinationsimpfstoff DTPa ist für Impfungen ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr geeignet. Im Rahmen des Impfkalenders wird allen Jungen und Mädchen ab Beginn des dritten Lebensmonats eine dreimalige Impfung jeweils gegen Diphtherie, Wundstarrkrampf und Keuchhusten empfohlen, gefolgt von einer Wiederimpfung im zweiten Lebensjahr und einer Auffrischimpfung allein gegen Diphtherie und Wundstarrkrampf im fünften bis sechsten Lebensjahr.

Der Kombinationsimpfstoff dTPa ist für Impfungen ab dem vollendeten zehnten Lebensjahr geeignet. Er enthält den Diphtherie- und den Keuchhusten-Impfstoffanteil jeweils in verminderter Konzentration, Dieser Kombinationsimpfstoff wird empfohlen für die im Impfkalender vorgesehene Auffrischimpfung im Alter von 9 bis 17 Jahren sowie für eventuell notwendige weitere Auffrischimpfungen im Erwachsenenalter. Medizinisches Personal sollte natürlich gegen Diphtherie und Tetanus, aber auch gegen Keuchhusten geimpft sein. Personal in Kindereinrichtungen wird ebenfalls eine Keuchhustenimpfung empfohlen, damit keine Übertragung auf ungeschützte Kinder erfolgen kann. Es genügt in der Regel eine einmalige Injektion.

Die kombinierten Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten (DTPa, dTPa) können gleichzeitig mit anderen Impfungen vorgenommen werden, Zeitabstände zu anderen Impfungen brauchen nicht eingehalten zu werden.

Wer soll nicht geimpft werden?

Wer an einer akuten, behandlungsbedürftigen Krankheit mit Fieber (> 38,5°C) leidet, soll aktuell nicht geimpft werden; banale Infekte sind dagegen kein Hinderungsgrund für eine Impfung. Bei Kindern, die an Erkrankungen des Nervensystems leiden oder bei denen der Verdacht auf eine solche Erkrankung besteht, berät der impfende Arzt die Eltern über die Notwendigkeit und die Möglichkeit der Impfung. Dies gilt ebenso, wenn nach einer früheren Impfung gegen Tetanus, Diphtherie und/oder Keuchhusten (einzeln oder in Kombination mit Impfungen gegen andere Krankheiten) Krankheitssymptome aufgetreten waren.

Während der Schwangerschaft oder Stillzeit sollten grundsätzlich nur zu diesem Zeitpunkt wirklich notwendige Impfungen durchgeführt werden. Es liegen keine ausreichenden Daten darüber vor, wie sich die dTPa-Impfung während der Schwangerschaft oder Stillzeit auswirkt. Von vergleichbaren Impfstoffen („Totimpfstoffen“) ist jedoch bekannt, dass Schwangere und Stillende gefahrlos geimpft werden können. Eine versehentlich in der Schwangerschaft durchgeführte Impfung ist also kein Anlass für einen Schwangerschaftsabbruch. Bei diesen Fragen sowie bei der Impfung von chronisch Kranken berät Sie ebenfalls der Impfarzt.

Bei Patienten mit einem geschwächten Immunsystem, die wegen einer Wunde gegen Tetanus geimpft werden müssen, sollte das bevorzugt mit einem Tetanus-Diphtherie-Impfstoff geschehen statt mit dem dTPa-Kombinationsimpfstoff.

Mögliche Reaktionen nach der Impfung

An der Impfstelle kann eine wenige Tage anhaltende schmerzempfindliche Schwellung und/oder eine Rötung auftreten; vor allem nach einer dTPa Impfung ist damit zu rechnen. Selten kommt es zu Fieber von mehr als 39 °C. Außerdem kann das Allgemeinbefinden gestört sein: Appetitlosigkeit, Unwohlsein, Müdigkeit, Erbrechen, Unruhe und Kopfschmerzen wurden beobachtet. Meist treten solche Störungen am Abend des Impftages oder am Folgetag auf und halten nicht länger als ein bis zwei Tage an. In seltenen Fällen schreit das Kind nach der DTPa-lmpfung lang und anhaltend.

Impfkomplikationen

In seltenen Fällen kann Fieber, das infolge der Impfung auftritt, zu einem Fieberkrampf führen, der folgenlos abklingt. Sehr selten können Anzeichen von Kreislaufschwäche, gekennzeichnet durch Blässe und Apathie, auftreten. Ob es zu Überempfindlichkeitsreaktionen (Nesselsucht) kommen kann, ist derzeit nicht eindeutig zu beantworten.

Treten andere ungewöhnliche Krankheitserscheinungen bei dem Geimpften auf, so steht Ihnen auch hier der Impfarzt zur Beratung zur Verfügung.

Wenn Sie irgendwelche ungewöhnlichen Krankheitssymptome bei dem Geimpften beobachten, so steht Ihnen der Impfarzt zur Beratung zur Verfügung.

Vor Durchführung der Impfung bitten wir Sie zusätzlich um folgende Angaben:

  1. Sind Sie (der Impfling) gegenwärtig gesund?
  2. Ist bei Ihnen (dem Impfling) eine Allergie bekannt?
  3. Traten bei Ihnen (dem Impfling) nach einer früheren Impfung allergische Erscheinungen, hohes Fieber oder sonstige ungewöhnliche Reaktionen auf?

Falls Sie noch mehr über die Schutzimpfung gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis wissen wollen, fragen Sie den Impfarzt!

Autor:

Dr. Bolz
Hauptstr. 62
45549 Sprockhövel
www.praxis-bolz.de