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Aufklärung zur Schutzimpfung FSME

Die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine Viruskrankheit, die durch den Stich einer infizierten Schildzecke (Holzbock) auf den Menschen übertragen wird, Etwa zehn Tage später kann es zu einer Krankheit mit Fieber, Kopfschmerzen und leichten Magen-Darm-Beschwerden kommen. Wiederum mehrere Tage später geht die Krankheit bei etwa zehn Prozent der Infizierten in die zweite Phase über. Vor allem beim Erwachsenen können dann sehr unterschiedliche Erkrankungen im Bereich des zentralen Nervensystems auftreten die sich als Hirnhaut- und/oder Gehirnentzündung äußern; eventuell kombiniert mit einer Entzündung des Rückenmarks. Etwa zehn Prozent derjenigen, die sich infiziert haben, erkranken an FSME. Bei etwa 10 bis 30 Prozent dieser Erkrankten bleiben Dauerschäden am Zentralnervensystem zurück (zum Beispiel Lähmungen). In seltenen Einzelfällen kann eine Erkrankung, vor allem beim älteren Menschen, tödlich verlaufen. Im Kindesalter sind schwere Krankheitsverläufe und Restschäden seltener, werden aber ebenfalls berichtet.

Es gibt keine ursächliche Behandlung der FSME. Schutz vor der Erkrankung bietet nur die rechtzeitig durchgeführte Impfung!

Hinweis: Durch Zeckenstich wird nicht nur das FSME-Virus auf den Menschen übertragen, sondern auch der Erreger der sogenannten Lyme-Borreliose. Sie ist in weiten Teilen Deutschlands und in vielen Ländern der gemäßigten Klimazone der nördlichen Erdhalbkugel verbreitet. Gegen Infektionen mit diesem Bakterium schützt die FSME-Schutzimpfung nicht. Maßnahmen zum Schutz vor Zeckenstichen (lange Kleidung feste Schuhe, Repellents) verringern insgesamt das Ansteckungsrisiko.

Das Risiko, durch einen Zeckenstich mit dem FSME-Virus infiziert zu werden, besteht in bestimmten Regionen Deutschlands, den so genannten FSME-Risikogebieten. Dies sind in Bayern 44 Kreise, insbesondere Teile der Oberpfalz und des Bayrischen Waldes, Niederbayern entlang der Donau ab Regensburg (besonders Region Passau) sowie entlang einiger Nebenflüsse, Teile Ober- und Unterfrankens. In Baden-Württemberg sind es 29 Kreise: gesamter Schwarzwald (Gebiet zwischen Pforzheim, Offenburg, Freiburg Villingen, Tübingen, Sindelfingen), Gebiete entlang der Flüsse Enz, Nagold und Neckar sowie entlang des Oberrheins, oberhalb Kehls bis zum westlichen Bodensee (Konstanz, Singen, Stockach). In Hessen: die Landkreise Bergstraße, Odenwald, Darmstadt-Dieburg und Marburg-Biedenkopf. In Rheinland-Pfalz: der Landkreis Birkenfeld. In Thüringen: der Saale-Holzland- und der Saale-Orla-Kreis.

Außerhalb Deutschlands gehören zu den FSME-Endemiegebieten z. B. Estland, Finnland, Kroatien, Lettland, Litauen Österreich, Polen, Russland, Schweden, Schweiz, Slowakei Slowenien, Tschechien und West- und Nordungarn. Eine geringere Bedeutung hat die FSME in Frankreich (Elsass), Griechenland, Italien und Norwegen, wo einige kleine Naturherde vorhanden sind oder das Risiko insgesamt gering ist. In Großbritannien, Portugal, Spanien und den Beneluxländern wurde das Virus bislang nicht nachgewiesen.

Das FSME-Virus kommt nur in Höhenlagen vor, bei denen die mittlere Jahrestemperatur über 8°C liegt, d.h. im Bergland oberhalb von 1000 m kommt kein FSME-Virus vor. Außerdem sind Zecken in der kalten Jahreszeit (Dezember-März) in der Regel nicht aktiv. In den meisten FSME Endemiegebieten beherbergen nur etwa 0,1 bis 1 Prozent der Zecken das Virus. Auch in Hochendemiegebieten sind es selten mehr als drei bis fünf Prozent Ausnahmen sind das Baltikum und Russland wo das Übertragungsrisiko höher ist.

Impfstoff

Der FSME-Impfstoff enthält abgetötete FSME-Viren. Der Impfstoff wird gespritzt (durch intramuskuläre Injektion verabreicht). Die FSME-Schutzimpfung kann gleichzeitig mit anderen Schutzimpfungen vorgenommen werden. Es stehen vier Impfstoffe zur Verfügung: ein Kinderimpfstoff für 1 - bis 11 -Jährige, einer für 1 - bis 15-Jährige, ein Erwachsenenimpfstoff, der ab dem 12. Geburtstag und ein Erwachsenenimpfstoff, der ob dem 16. Geburtstag gegeben werden kann.

Die FSME-Impfung kann bereits ab dem vollendeten ersten Lebensjahr verabreicht werden. Kleinkinder im Alter von ein bis zwei Jahren reagieren etwas häufiger mit Fieber nach der Impfung. Es ist darauf zu achten, dass nicht alle Impfstoffe ab dieser Altersgruppe zugelassen sind. Zur Grundimmunisierung können zwei Injektionen eines Impfstoffs im Abstand von ein bis drei Monaten verabreicht werden, eine dritte Impfung erfolgt neun bis zwölf Monate nach der zweiten Impfung. Bei fortbestehender Infektionsgefahr sollen alle drei Jahre Auffrischimpfungen vorgenommen werden.

Steht nicht genügend Zeit für FSME-Schutzimpfungen noch diesem Schema zur Verfügung so kann mit manchen Impfstoffen ein ausreichender Schutz mit einem Kurzzeitschema erreicht werden. Dabei sind die Angaben des jeweiligen Impfstoffherstellers zu beachten. Frühestens 14 Tage noch der zweiten Injektion kann mit einer Immunität gegen FSME gerechnet werden.

Wer soll geimpft werden?

Die FSME-Impfung wird allen Menschen empfohlen, die sich vorüber gehend oder dauerhaft in FSME-Risikogebieten Deutschlands oder in ausländischen Endemiegebieten aufhalten und dort bei entsprechendem Verhalten ein erhöhtes Infektionsrisiko haben. Das sind z. B. Land- und Forstarbeiter, aber auch Urlauber, die sich häufig in freier Natur (vor allem im Wald) aufhalten.

Wer soll nicht geimpft werden?

Wer an einer akuten, behandlungsbedürftigen Krankheit mit Fieber über 38,5 °C) leidet, soll nicht geimpft werden. Bei folgenden Personen müssen Nutzen und Risiken der FSME-Schutzimpfung sehr sorgfältig abgewogen worden:
  • Personen mit bekannter, schwerer Überempfindlichkeit gegen Bestandteile des Impfstoffs;
  • Personen mit Hirnschäden;
  • schwangere und stillende Frauen; über negative Auswirkungen der FSME-Schutzimpfungen während der Schwangerschaft liegen jedoch keine Untersuchungsbefunde vor.
Eine leichte Überempfindlichkeit gegen Hühnereiweiß ("ich vertrage keine Eier") spricht in der Regel nicht gegen die Impfung. Personen die nach dem Verzehr von Hühnereiern mit schweren Überempfindlichkeitsreaktionen (Lippenanschwellungen usw.) reagieren, sollten nur bei stark erhöhter Infektionsgefahr geimpft werden.

In diesen Fragen berät sie der Impfarzt, wie Sie sich am besten gegen eine FSME-Infektion schützen können.

Mögliche Reaktionen noch der Impfung

In Rahmen der normalen Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff kann die Impfstelle schmerzen, anschwellen und sich röten. Gelegentlich schwellen nahe gelegene Lymphknoten an. Diese Erscheinungen treten in den ersten drei Tagen auf selten halten sie auch länger an. Innerhalb der ersten vier Tage tritt häufig Fieber auf. Außerdem werden Allgemeinsymptome beobachtet wie Temperaturerhöhung, Kopfschmerzen, Mattigkeit Unwohlsein oder Magen-Darm-Erscheinungen, ebenso Missempfindungen wie Taubheitsgefühl und Kribbeln. Diese Symptome treten vor allem nach der ersten Impfung auf. Nach weiteren Impfungen werden sie seltener. Sie klingen in der Regel nach 72 Stunden ab. Gelegentlich treten Gelenk- und Muskelschmerzen auf.

In der Regel sind diese Erscheinungen vorübergehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab.

Sind Impfkomplikationen möglich?

In Einzelfällen sind Überempfindlichkeitsreaktionen gegen den Impfstoff beobachtet worden, zum Beispiel in Form von Kreislaufstörungen oder Hautausschlag. Ebenfalls in Einzelfällen wurde von Erkrankungen des peripheren Nervensystems berichtet, etwa in Form von Nervenentzündungen, die von Lähmungen begleitet werden können.
Wenn Sie irgendwelche ungewöhnlichen Krankheitssymptome noch der Impfung beobachten, so steht Ihnen der Impfarzt zur Beratung zur Verfügung.

Autor:

Dr. Bolz
Hauptstr. 62
45549 Sprockhövel
www.praxis-bolz.de