Kopfgrafik

Kopfläuse

Sind die Ferien vorbei, startet die Läusesaison

War der Läusebefall früher eine Erkrankung sozial unterprivilegierter Familien, wird heute von einer "Wohlstandsverlausung" gesprochen. Kinder bringen die weltweit verbreitete "Pediculus humanus capitis" oft aus dem Urlaub mit. Zunächst vermehren sich die Parasiten nur auf dem Kopf des Menschen. Im Gegensatz zu Flöhen können sie Distanzen nicht springend überwinden. Erst durch engen Kontakt mit anderen Personen oder Kleidungsstücken breiten sie sich aus. Wenn zum Beispiel die Kinder ihre Mützen, Schals und Jacken dicht neben- und übereinander hängen, geben sie die Läuse weiter. So kommt es regelmäßig Wochen nach den Sommerferien, meist im Herbst, zu einer Häufung von Erkrankungen.

Typisch für einen Patienten mit Läusebefall ist der quälende Juckreiz. Durch den Stich mit dem Saugrüssel gelangt lokal giftig wirkender Läusespeichel in die Wunde. Besonders Kinder kratzen sich die Papeln auf, und durch die nachfolgende Infektion kann ein entzündliches Bild entstehen. Eine genaue Untersuchung der Haare bringt schnell die richtige Diagnose. Die Läuse sitzen bevorzugt hinter den Ohren und im Nacken oder in der Nähe der Schläfen und sind schon mit bloßem Auge, besser aber mit einer Lupe erkennbar.

Um die Läuseinvasion stoppen zu können, muss schnell gehandelt werden. So sollte die Behandlung gleich am ersten Tag der Diagnose (Tag 1) mit einer Läuse abtötenden Substanz und dem nassen Auskämmen gestartet werden. Zum Auskämmen die Haare anfeuchten, Lausmittel auftragen und mit einem Läusekamm fest von der Kopfhaut zu den Spitzen auskämmen. Da die Lausmittel nicht zuverlässig alle Eier abtöten, bis zum 7. oder 8. Tag noch Larven nachschlüpfen und junge Weibchen neue Eier legen können, wird die Waschung wiederholt.

Schwangere und stillende Frauen, bei denen diese Therapie nicht angewendet werden darf, sollen ihr Haar mehrfach mit einer Mischung aus drei Eßlöffeln Essig und einem Liter Wasser spülen und es noch feucht gut durchkämmen.

Um Rückfälle nach scheinbarer Läusefreiheit zwei bis drei Wochen nach der Behandlung zu vermeiden, sollten die Familienangehörigen und andere Kontaktpersonen ebenfalls untersucht werden. Es sind in der Regel nicht neu eingeschleppte Parasiten, die eine zweite Läusewelle auslösen, sondern übersehene Nissen und überlebende Larven.

Ist die Behandlung in die Wege geleitet, kann das Kind Schule oder Kindergarten besuchen. Zwar müssen die Eltern den Befall der Schule melden und die Behandlung dokumentieren, ein spezielles Lausattest über den Behandlungserfolg ist jedoch nicht nötig (laut Robert-Koch-Institut).

Um eine Re-Infektion nach erfolgreicher Behandlung zu verhindern, müssen auch Kleidungsstücke und Gegenstände wie Kämme, Kopfkissen oder Mützen von den Parasiten gesäubert werden. Dazu ist keine Chemie nötig. Alle Entwicklungsstadien sind temperaturempfindlich. Es genügt, die Sachen für eine Stunde in einen 45°C warmen Ofen zu legen oder für 24 Stunden bei weniger als 10 Grad im Kühlschrank zu lagern. So werden Nissen, Larven und Läuse sicher abgetötet.

Behandlungsfahrplan Läuse

Tag

Behandlung

1

Haarwäsche mit Lausmittel, nass auskämmen

5

Nass auskämmen, um nachgeschlüpfte Larven zu entfernen

8, 9, oder 10

Haarwäsche, um nachgeschlüpfte Larven abzutöten

13

Nass auskämmen, Kontrolle

Autor:

Dr. Bolz
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