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Zecken und die durch sie hervorgerufenen Erkrankungen

Zecken gibt es überall auf der Welt. Überall können sie Krankheiten übertragen. Etwa 25 verschiedene Krankheiten sind bekannt, die von Zecken übertragen werden.

Wo halten sich Zecken auf?

Zecken leben in Bodennähe. Flußtäler, Waldränder, Busch- und Farnkrautlandschaften sind die typischen Lebensräume von Zecken. Sie lassen sich nicht, wie häufig behauptet wird, von Bäumen fallen. Zecken stechen Säugetiere, wie z. B. Rehe, Kühe, Füchse, Mäuse und Ratten und saugen ihr Blut. Und sie stechen natürlich auch Menschen.

Zecken gehören zu den Spinnentieren und kommen weltweit in zahlreichen Unterarten vor. Allein in Deutschland sind 19 Zeckenarten heimisch, von denen eine Schildzeckenart, Ixodes ricinus, gemeinhin Holzbock genannt, die größte medizinische Bedeutung hat.

Zwei biologische Besonderheiten machen I. ricinus zum erfolgreichen Überlebensstrategen: Diese Zeckenart ist "euryphag", d. h. ihre Larven, Nymphen und Adulti sind nicht wirtsspezifisch, sondern parasitieren an den unterschiedlichsten Wirbeltieren. Mäuse, vor allem Rötelmaus und Waldmaus, sind die wichtigsten Wirte für die Larven. Igel, Kaninchen, Füchse sowie größere Vogelarten wie Amsel, Singdrossel und Eichelhäher, die sich häufig am Boden aufhalten, werden dagegen stark von Nymphen befallen. Vögel tragen übrigens zu einer weiten Verbreitung infizierter Zecken bei. Adulte befallen eher große Waldtiere wie Reh oder Hirsch.

Ein weiterer Überlebensvorteil ist, dass alle drei Zeckenstadien mit Ausnahme von Temperatur und Luftfeuchtigkeit wenig Ansprüche an ihrer Umgebung stellen. Zum Aktivwerden brauchen Zecken Temperaturen von 10 - 15 °C und - ganz wichtig - eine relative Luftfeuchtigkeit von mindestens 80 %.

Geeignete Lebensräume sind daher Wälder mit dichter Krautzone oder mit Feuchtigkeit konservierender Laubschicht. Wegränder sind daher eine besondere Gefahrenquelle für Spaziergänger. Aber auch offene, feuchte Gebiete mit Gras, Stauden, Farnkraut und Büschen sind ein geeigneter Lebensraum. Um einen Wirt zu erreichen, kriechen Zecken an Pflanzen hoch, jedoch in der Regel nicht höher als 50 bis 70 cm hoch. Deshalb halten sich Zecken auch niemals in Sträuchern oder Bäumen auf!

Aufgrund der klimatischen Bevorzugung treten Zecken übers Jahr in zwei Aktivitätsmaxima auf, die die Monate Mai/Juni und September/Oktober betreffen. Feuchte Sommer und milde Winter fördern die Zecken-Populationsdichte; Larven sterben unter 7 °C ab. Zecken verbringen nur etwa 3 Wochen ihres bis zu 6 Jahre dauernden Lebens als Blutsauger.

Es gehört zu einem häufig abgeschriebenen Irrtum, dass Zecken nur bis zu einer Höhe von 800 m über dem Meeresspiegel vorkommen. Zecken sind je nach Umweltbedingungen bis zu einer Höhe von 2000 m zu finden.

Wie stechen Zecken und können dabei Krankheiten übertragen werden?

Zecken sind zwar keine besonders schönen Tiere, aber doch interessante. In jedem Stadium ihrer Entwicklungsgeschichte (EiLarveNympheausgewachsenes Tier) braucht sie zumindest einmal eine Blutmahlzeit. Zecken, die einen Wirt suchen, sitzen mit ausgebreiteten Vorderbeinen da, wo sich ihr Hauptsinnesorgan befindet. Damit können sie mechanische, thermische und chemische Reize registrieren. Sie erkennen ihre Wirte also an der Erschütterung, der von ihnen ausgestrahlten Wärme und der Ausatemluft. Auf dem Wirt sind die Zecken sehr wählerisch und suchen oft über Stunden nach einer ihnen angenehmen Stelle, bis sie sich in die Haut hineinschneiden. Sie bevorzugt Regionen, wo die Haut dünn ist, die gut durchblutet sind, die feucht und dunkel sind. Also etwa Leistengegend, Achselhöhlen, Kniekehlen, Schambereich, Haaransatz und Ohrbereich.

Die Zecke schiebt aus ihrem Mundwerkzeug eine spitze Schere, das Hypostum, mit der sie sich in die Haut bis ins blutige Gewebe ihres Opfers hineinschneidet. Während dieser etwa 10minütigen Arbeit speichelt die Zecke in den Einstichkanal. Diese Speichelflüssigkeit hat eine örtlich betäubende Wirkung, so dass Mensch und Tier vom Stich nichts bemerken. Ferner bewirkt der Zeckenspeichel, dass direkt keine Entzündung auftritt und das Blut nicht gerinnt.

Die Zecken beginnen nicht sofort damit, Blut zu saugen. Nachdem sie sich in der Haut verankert haben, kann es zwischen einem und drei Tagen dauern, bis sie "satt" sind.

Welche Krankheiten werden durch Zecken übertragen?

Zecken übertragen in Europa vor allem die
  • Borreliose und die
  • Hirnhautentzündung FSME (Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis) und die
  • Ehrlichiose

Borreliose>

Im Darm der Zecke können sich Bakterien, die Borrelien, eingenistet haben. Borreliose gibt es überall auf der Welt, also auch hier in unserer Gegend, sogar auf dem Montblanc wurden sie gefunden.

Etwa ein Drittel aller Zecken ist mit Borrelien infiziert, aber nicht jede infizierte Zecke überträgt die Erreger durch den Stich. Nachgewiesen ist eine Übertragungsrate von etwa 27%. In Deutschland erkranken jährlich etwa 40 000 Menschen an der sogenannten Lyme-Borreliose.

Bei etwa der Hälfte bis drei Vierteln der Borreliose-Patienten tritt als erstes Symptom 3 Tage bis einen Monat nach dem Zeckenbiß die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans) auf, oft begleitet von grippeähnlichen Symptomen. Leider wird diese "Wanderröte", eine ringförmige Rötung der Haut um die Einstichstelle, übersehen. Wird in diesem Stadium I nicht ausreichend mit einem Antibiotikum behandelt, wandern die Erreger über Monate in andere Organe (Herzmuskel, Nerven, Gelenke, Gehirn, etc.)

Bei Borreliose sind Symptome an Haut, Nervensystem, Gelenken und Herz möglich. In einer Studie fand sich eine Wanderröte als einziges Symptom bei 89 Prozent der Erkrankten, eine Neuroborreliose bei drei Prozent, eine kardiale Beteiligung (Myo-, Peri-, Pankarditis) bei unter ein Prozent, eine Lyme-Arthritis bei fünf und eine Acrodermatitis bei ein Prozent.

Werden Borreliose-Patienten nicht gleich behandelt, können die Spätfolgen teilweise sehr schwer sein. Eine vorbeugende Impfung gegen die Borreliose ist noch nicht möglich, die Therapie besteht in einer ausreichend langen und ausreichend hoch dosierten Antibiotika-Gabe.

FSME (Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis), auch "Hirnhautentzündung"

Die FSME-Symptome:
Nach einer Inkubationszeit (Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung) von fünf bis 21 Tagen nach dem Stich einer infizierten Zecke treten bei etwa 70% der Patienten zunächst vorübergehend die Symptome einer Sommergrippe auf. Damit ist für die meisten Infizierten die Krankheit schon überstanden.

Bei manchen Patienten beginnt aber nach einem kurzen beschwerdefreien Intervall erst die eigentliche Manifestationsphase (Krankheitsphase), meist mit hohem Fieber und Kopfschmerzen. Die Infektion des Nervensystems resultiert bei 45 bis 50% in einer isolierten Meningitis (Hirnhautentzündung), bei 40 bis 45% in einer Meningoenzephalitis (Hirnhaut- und Gehirnentzündung) und bei zehn bis 15% zusätzlich in Myelitis (Rückenmarkentzündung) oder Radikulitis (Nervenentzündung). Die Sterblichkeitsrate liegt bei einem bis zwei Prozent.

Die Langzeit-Prognose der FSME-Infizierten ist oft ungünstiger als bei anderen Patienten mit Virusinfektionen des Nervensystems. Ein Drittel der Patienten hat auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus noch vorübergehende oder weiterbestehende Beschwerden wie Erschöpfungssyndrom, Paresen (Lähmungen), Hörstörungen oder Gangunsicherheit.

In Deutschland wurden 2006 insgesamt 546 Patienten mit FSME registriert.

Ehrlichiose

Die Palette der von Zecken übertragenen Erkrankungen hat sich wieder erweitert: Kommt es nach einem Zeckenbiss zu akutem Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen, sollten Sie nun auch hierzulande neben einer Borreliose an die Ehrlichiose denken. Erreger der meist symptomlosen Erkrankung sind Rickettsien. Die Behandlung erfolgt mit Doxycyclin oder Rifampicin.

Gefährdet gegenüber zeckenübertragenen Infektionen sind in erster Linie beruflich stark exponierte Gruppen wie Waldarbeiter und Förster. Aber auch durch zunehmende Freizeitaktivitäten in Zeckenverbreitungsgebieten (Wandern, Campen, Pilzesuchen usw.) kommt es zur Infektion.

Relativ neu ist die Entdeckung, dass der heimische Holzbock auch Überträger für Bakterien der Gattung Ehrlichia (Ehrlichia chaffeensis) sein kann. Diese für den Menschen krankmachenden Keime aus der Familie der Rickettsien verursachen beim Menschen die Humane Granulozytäre Ehrlichiose (HGE).

Das Erregerreservoir für Ehrlichia ist nicht bekannt, möglicherweise spielen Hunde eine Rolle. Untersuchungen zum Vorkommen in Süddeutschland zeigten, dass von insgesamt 275 untersuchten Zecken 21,8% mit Borrelien und 2,2% mit Ehrlichia infiziert waren. Das bedeutet, dass die Durchseuchung der Zecken mit Ehrlichia 10 mal niedriger liegt als mit B. burgdorferi und ungefähr 10 mal höher als mit dem FSME-Virus.

Symptomatik: Die HGE äußert sich mit Fieber und Kopfschmerzen sowie Blutbildveränderungen, häufig sind zudem ein Hautausschlag, Muskelschwäche, Erbrechen, Gelenkbeschwerden und Herzrhythmusstörungen die Folge; in komplizierten Fällen kann es sogar zu Krampfanfällen bis zum Koma kommen.

Die Diagnose erfolgt serologisch mit dem indirekten Immunfluoreszenztest, die Therapie mit Tetrazyklinen. Bis jetzt sind in Europa - anders als in den USA - nur vereinzelte Fälle bekannt.

Anaplasmose

Die Humane Granulozytäre Anaplasmose (früher Ehrlichiose) wird vom Bakterium Anaplasma phagocytophilum verursacht. In Deutschland sind bis zu fünf Prozent der Zecken damit befallen, bis zu zehn Prozent der Menschen haben Antikörper gegen den Keim. Die Symptome mit Fieber, Kopfweh und Muskelschmerzen sind unspezifisch. In Deutschland wurden bisher nur Verdachtsfälle registriert.

Neue Zeckenart überträgt seltene Erreger

Mit der Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) breitet sich eine neue Zeckenart bei uns aus. Die Weibchen sind dreimal so groß wie jene der herkömmlichen Zecken (Ixodes ricines). Die Tiere können Erreger von Tularämie (Hasenpest), Q-Fieber und Fleckfieber übertragen. In Deutschland wurden bei Stichen Vergiftungserscheinungen beobachtet.

Übertragung durch Biomilch?

Die FSME wird nicht nur durch Zecken, sondern auch durch virushaltige Milch übertragen (frühere Bezeichnung: biphasisches Milchfieber). Infizierte Weidetiere scheiden während ihrer virämischen Phase das FSME-Virus mit der Milch aus. Die Aufnahme von virushaltiger, nicht vorbehandelter Milch oder Frischkäse führt beim Menschen zur Infektion. Seit Mitte der 1990er Jahre werden entsprechende Infektionen in Mitteleuropa wieder vereinzelt beobachtet.

Land

Risikogebiete in Europa

Albanien

Landesweit

Bulgarien

Geringes Risiko in Flußniederungen; genaue Daten fehlen

Deutschland

Siehe Abbildung auf der letzten Seite

Estland

Landesweit, insbesondere nördliche Gebiete (u. a. Region Tallinn) sowie Osten (Region Tartu/Polva); hohes Risiko

Finnland

Im Südwesten um Turku und auf den vorgelagerten Inseln sowie den Aland-Inseln

Frankreich

Vorkommen im Elsaß (Rheinebene, Grenzgebiet zu Baden)

Griechenland

Einzelfälle aus dem Norden bei Thessaloniki bekannt

GUS-Staaten (außer Rußland)

Endemiegebiete in Weißrußland, Moldawien und in der Ukraine; aus den übrigen Staaten liegen keine Daten vor.

Italien

Nur zwei kleine Naturherde im Norden in der Umgebung von Florenz und Trient

Jugoslawien (ehemaliges)

Hauptsächlich im Norden zwischen Save und Drau bzw. Donau, d. h. in den nördlichen Landesteilen von Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina sowie in Serbien westlich von Belgrad; Infektionsherde in anderen Landesteilen auch an der Adria möglich

Lettland

Landesweit (besonders Gegend um Riga); gegenwärtig höchstes Infektionsrisiko in Europa

Litauen

Landesweit, besonders in Zentrallitauen und im Norden; gegenwärtig hohes Risiko

Norwegen

Nur in küstennahen Gebieten im Südwesten zwischen Alesund und Savanger; sehr geringes Risiko

Österreich

Ganz besonders die Flußniederungen entlang der Donau, besonders in Niederösterreich sowie in Teilen von Kärnten, der Steiermark und des Burgenlandes; hohes Infektionsrisiko; kleinere Infektionsherde auch in anderen Bundesländern

Polen

Hauptsächlich im Nordosten (Bialystok, Olsztyn, Suwalki) sowie im Süden westlich von Krakau; Infektionen aber auch n anderen Landesteilen möglich

Rumänien

Genaue Daten liegen nicht vor

Rußland

Landesweit; genaue Angaben zur Verbreitung fehlen; besonders betroffen ist der eurasische Waldgürtel von Kaliningrad (Königsberg) im Westen bis einschließlich Sibirien

Schweden

Gebiete um die Mälaren (westlich von Stockholm) sowie an der Südostküste und auf den vorgelagerten Inseln in der Ostsee (Gotland, Öland)

Schweiz

Vorwiegend im Norden (Kantone Bern, Zürich, Schaffhausen), herdförmig, besonders am Bodensee und im Rheintal

Slowakei

Landesweit, hauptsächlich im Südwesten nördlich der Donau, besonders die Gegend um Bratislava

Slowenien

Landesweit

Tschechien

Hauptsächlich die Flußniederungen in der weiteren Umgebung von Prag

Ungarn

Vorkommen landesweit; hohes Risiko im Norden (Grenzgebiet zur Slowakei) sowie um den Balaton und in den übrigen Landesteilen westlich der Donau

Mehr FSME-Fälle

Die Zahl der Menschen, die in Deutschland an FSME erkrankt sind, ist im Jahr 2009 um 8% gegenüber dem Vorjahr gestiegen, dies teilt das Robert-Koch-Institut mit. 2009 waren insgesamt 313 FSME-Fälle gemeldet worden, davon traten ca. 90% in Bayern und Baden-Württemberg auf. Der Rest verteilte sich auf Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Erstmals gab es auch einen Fall in Schleswig-Holstein.

Schutzimpfungen

Vor der FSME-Erkrankung kann man sich durch eine Impfung schützen. Gegen die Borreliose wird erst ein Impfstoff erforscht. Die Borreliose ist jedoch mit Antibiotika behandelbar. Das Risiko einer FSME-Erkrankung ist nicht auf beruflich besonders gefährdete Personen beschränkt (z. B. Förster, Gärtner, Landwirte). Ganz im Gegenteil: 90% der an FSME erkrankten Personen infizieren sich bei Freizeitaktivitäten: Wandern, Reiten, Golfen, Spazierengehen...

Schutz vor Zecken ist das A und O

Impfung schützt vor FSME, Allgemeinmaßnahmen auch vor Borreliose

Die wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen alle durch Zecken übertragene Erkrankungen sind: keine nackte Haut im unteren Körperbereich, regelmäßiges Absuchen nach Zecken, korrektes Entfernen des Tiers.

Helle und geschlossene Kleidung – vor allem am Knöchel – mindert das Risiko eines Zeckenstiches. Mittel zur Abwehr von Insekten können zum Zeckenschutz beitragen, auch wenn sie nicht gegen Zecken getestet sind. Nicht nur nach der Rückkehr aus der Natur, auch zwischendurch sollte der Körper nach Zecken abgesucht werden, da FSME-Viren schon früh nach dem Stich übertragen werden können.

So entfernt man Zecken richtig

Wie entfernt man Zecken am besten? Die Zecke muß direkt an der Haut, vor ihrem Körper, an ihren Mundwerkzeugen gepackt werden. Dazu benutzt man am besten eine sehr feine Pinzette. Man kann sie auch mit spitzen Fingernägeln packen. Die Zeckenzangen, die im Handel sind, sind oft zu grob, meinen manche Experten. Zeckennymphen, die Menschen auch befallen können, aber deutlich kleiner sind als ausgewachsene Zecken, werden damit meistens zerquetscht.

Genau das muss aber vermieden werden. Denn wird der Hinterleib der Zecke zerquetscht, kann mehr ihrer Körperflüssigkeit, die mit Erregern belastet sein kann, in die Wunde eintreten. Andere Experten meinen allerdings, das sei unwahrscheinlich. Sicherheitshalber sollte man wohl doch versuchen, den Hinterleib der Zecke nicht zu quetschen.

Bleibt nach dem Entfernen der Zecke ein Stück in der Haut, handelt es sich meist um den Saugrüssel. Das ist aber kein Grund zur Panik, denn der Saugrüssel ist ein fester Chitinzapfen, der keine Krankheitserreger enthält. Er eitert nach ein paar Tagen meist heraus. Manchmal hilft es auch schon, wenn der herausragende Kopfteil mechanisch abgerieben wird.

Beißen oder stechen sie? Dreht man sie links oder rechts herum aus der Haut? Zwei Fragen die im Zusammenhang mit Zecken immer wieder auftauchen. Zur ersten Frage gibt es keine verbindliche Definition, genau genommen sägen sie aber: an der Vorderseite ihres Saugrüssels sitzen zwei winzige, scharf gezähnte Sägeblättchen, die sogenannten Cheliceren (Pfeile). Damit raspeln sie die oberste Hautschicht auf und verankern dann den Rüssel mit seinen dicken Widerhaken in der Haut.

Ein zweiter Blick auf den Zeckenrüssel beantwortet auch die zweite Frage: der Rüssel hat kein Gewinde, sondern nur die erwähnten Widerhaken. Deswegen zieht man die Zecken auch am besten mit einem schnellen Ruck heraus, statt sie lange herumzudrehen und damit nur zusätzlichen Speichel und Borrelien in die Haut zu manövrieren.

Auf keinen Fall sollten früher empfohlene Hausmittel zum Töten der Zecken angewendet werden wie Öl, Klebstoffe, Alkohol oder Nagellack. Denn im Todeskampf injiziert die Zecke verstärkt Krankheitserreger.

Autor:

Dr. Bolz
Hauptstr. 62
45549 Sprockhövel
www.praxis-bolz.de