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Gesunde Ernährung bei Typ 2-Diabetes

Ausgewogen und gesund essen und trinken ist die Grundlage jeder Diabetesbehandlung. Dabei ist die Diabeteskost keine spezielle „Diät“ sondern entspricht den Ernährungsempfehlungen, wie sie für uns alle gelten.

Die Ernährungspyramide zeigt Ihnen, welche Nahrungsmittel den Haptbestandteil der täglichen Mahlzeiten ausmachen sollten, welche Nahrungsmittel regelmäßig, aber in begrenzten Mengen empfohlen werden, welche Nahrungsmittel Sie sparsam verwenden und welche Sie nur ab und zu in kleinen Mengen genießen sollten. Es wird nicht empfohlen, spezielle Lebensmittel, die als „ für Diabetiker geeignet“ gekennzeichnet sind, zu bevorzugen. Ferner können viele der angebotenen „Diabetiker-Lebensmittel“ hohe Anteile an Fett enthalten.

Brot, Kartoffeln, Reis, Nudeln

….. sind die tägliche Ernährungsgrundlage und der Hauptbestandteil der Mahlzeiten. Sie enthalten viele Kohlehydrate in Form von Stärke und liefern dem Körper schnell verfügbare Energie, um fit und leistungsfähig zu bleiben.

Kohlehydrate sind ein Sammelbegriff für Zucker und Stärke. Während die verschiedenen Zuckerarten (Ausnahme Frucht- und Milchzucker) schnell ins Blut übergehen, muss Stärke bei der Verdauung zunächst in ihre Zuckerbestandteile aufgespaltet werden. Daher lassen stärkehaltige Nahrungsmittel wie Kartoffeln, Reis, Müsli und Nudeln den Blutzucker nur langsam ansteigen. Ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie Vollkornbrot und Hülsenfrüchte sind besonders empfehlenswert. Ballaststoffe sind unverdauliche Kohlenhydrate, die natürlicherweise in pflanzlichen Nahrungsmitteln enthalten sind. Sie haben einen hohen Sättigungseffekt und lassen Ihren Blutzuckerspiegel ebenfalls nur langsam ansteigen.

Gemüse, Salat, Obst

….Ideal sind fünf Portionen täglich, sie liefern Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe und gehören zu den kohlenhydratarmen Nahrungsmitteln, die den Blutzucker nicht erhöhen. Außerdem enthalten sie wenig Kalorien und können daher reichlich gegessen werden. Obst enthält Fructose (Fruchtzucker) und Glucose (Traubenzucker), wobei letztere den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Daher sollte man den Kohlenhydratgehalt in Obst bei den Mahlzeiten berücksichtigen und möglichst nicht mehr als eine Portion Obst pro Mahlzeit verzehren. Eine Portion entspricht dabei einem Stück Obst wie einem Apfel, einer Birne, einer halben Banane bzw. bei kleinen Früchten etwa die Menge, die in eine Hand passt.

Fleisch, Wurst, Geflügel, Fisch, Ei, Milch, Käse und Joghurt

…. liefern hochwertiges tierisches Eiweiß, das für den Aufbau der Körperzellen wichtig ist. Fleisch, Wurst und Milchprodukte können viel verstecktes Fett enthalten, daher sollten Sie magere Wurst und Fleischsorten wie Geflügelfleisch, Schinken ohne Fettrand oder Bratenaufschnitt auswählen. Bei Milch und Milchprodukten sollten Sie auf den Fettgehalt achten. So lassen sich viele Kalorien einsparen. Seefisch ist wichtig für die Jodzufuhr. Er enthält darüber hinaus wertvolle Omega-3-Fettsäuren.

Fette und Öle

….enthalten die meisten Kalorien und sollten den kleinsten Anteil an Ihren Mahlzeiten ausmachen. Bevorzugen Sie Öle, die reich an sogenannten einfach ungesättigten Fettsäuren sind, wie z.B. Rapsöl oder Olivenöl.

Bei der Zubereitung von Speisen sollten Sie darauf achten, dass Sie
  • schonend garen
  • wenig Fett verwenden
  • mit Kräutern und Gewürzen verfeinern
  • Salz sparsam verwenden

Alkohol

Alkoholische Getränke zählen zu den Genussmitteln. Bei Übergewicht, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen sollten Sie Alkohol meiden.

Süßwaren

Süßwaren wie Schokolade, Kuchen und Eiscreme liefern ebenfalls viel Energie. Gönnen Sie sich diese nur ab und zu in kleinen Portionen, dafür aber ganz bewusst und mit viel Genuss! Auch hier lassen sich Kalorien einsparen, indem man z.B. statt einem Stück Cremetorte ein Stück Obstkuchen mit Biskuit- oder Hefeteigboden wählen.
Durch den hohen Fettgehalt steigt der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr von Schokolade, Eiscreme oder Torte nur langsam an. Kleine Mengen, wie z.B. eine Rippe Schokolade oder zwei Pralinen, sind daher auch bei Diabetes ab und zu erlaubt. Zur Herstellung von speziellen „Diabetikersüßwaren“ , wie z.B. Diabetikerkuchen, -kekse, -schokolade etc., werden häufig Zuckeraustauschstoffe verwendet. Da diese Produkte – wie die meisten Süßigkeiten – häufig auch große Mengen an Fett und nicht unbedingt weniger Kalorien als herkömmliche Süßwaren enthalten, sollte man sie ebenfalls mit Vorsicht genießen.

Süßstoffe & Co

Zuckeraustauschstoffe , wie z.B. Sorbit, Xylit, Mannit oder Isomalt, enthalten Kalorien und können zudem Blähungen verursachen und abführend wirken. Süßstoffe, wie z.B. Cyclamat, Saccharin oder Aspartam, sind dagegen kalorienfrei und lassen den Blutzucker nicht ansteigen. Wenn Sie Kalorien sparen möchten, sind Süßstoffe die richtige Wahl und in vernünftigen Mengen gesundheitlich unbedenklich.

Bewegung für mehr Gesundheit!

Körperliche Bewegung sorgt nicht nur für ein besseres Körpergefühl, sondern hat auch positive Auswirkungen auf Ihren Blutzuckerspiegel und auf die häufigen Begleiterkrankungen des Typ-2-Diabetes, wie Übergewicht, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Durch regelmäßige körperliche Aktivität können Sie diesen Risikofaktoren entscheidend entgegenwirken, Folgeerkrankungen vorbeugen und bestehende Erkrankungen bessern. Regelmäßige körperliche Bewegung ist daher ein wichtiger Bestandteil.

Regelmäßige Bewegung……

  • senkt den Blutzuckerspiegel, denn Muskelarbeit verbraucht vermehrt Glukose
  • verbessert die Wirksamkeit des Insulins, weil Muskel-, Fett- und Leberzellen besser auf Insulin reagieren
  • unterstützt die Gewichtsregulierung, denn durch Bewegung wird Energie verbraucht und der Stoffwechsel angeregt.
  • Hat einen günstigen Effekt bei Bluthochdruck, denn die Blutgefäße werden elastischer, das Herz wird gestärkt und die Gefäßneubildung angeregt.
  • verbessert die Beweglichkeit der Gelenke, vermindert Gelenkschmerzen und verlangsamt Arthroseprozesse.
Schon im Alltag haben Sie viele Möglichkeiten, sich mehr Bewegung zu verschaffen. Und das geht oft ganz nebenbei. Sie können Ihre Aktivität bereit steigern, indem Sie:
  • Treppen steigen, statt den Fahrstuhl zu benutzen
  • Bewußt kleine Umwege zu Fuß machen
  • Ihr Auto etwas vom Ziel entfernt parken und den Restweg zu Fuß gehen
  • Am Arbeitsplatz weniger sitzen und Ihren Job "in Bewegung" erledigen
Ausdaueraktivitäten wie Wandern, Walken, Joggen, Rad fahren, Schwimmen, Skilanglauf, Golf spielen oder Tanzen erhöhen die allgemeine Fitness und eignen sich gut zur Gewichtsregulierung. Durch ihren positiven Effekt auf die Insulinwirksamtkeit sind sie deswegen für Menschen mit Diabetes besonders günstig.

Bevor Sie jedoch mit Ihrem „Bewegungsprogramm“ beginnen, vergessen Sie nicht den Gesundheits-Check beim Arzt!

Autor:

Dr. Bolz
Hauptstr. 62
45549 Sprockhövel
www.praxis-bolz.de