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Wirklich Übergewicht?
Wenn ja, wieviel?

Ermittlung der Körperzusammensetzung und Körperfettmasse nach der Bio-Impedanzmethode

Eine nahezu unüberschaubare Flut von Informationen über Diäten und Übergewicht, über Normgewichte, Diätkuren überschütten uns täglich. Der Kampf gegen überflüssige Pfunde gewinnt auch zunehmend an Bedeutung.

Allerdings sollte unterschieden werden zwischen gesundem Normalgewicht, übertriebenem Schlankheitswahn und wirklichem Übergewicht.

Es gibt verschiedene Methoden, sein Normalgewicht zu berechnen. Eine der ungenauesten Formeln ist z. B.

Körpergröße (in cm) - 100

das Ergebnis in Kilogramm sollte für Männer das Normgewicht sein, Frauen erhalten nochmals einen Abzug zwischen 10 und 15%. Besser geeignet ist die Formel von amerikanischen Lebensversicherungen, die den Körperbau etwas mitberücksichtigt. Normgewicht:

mittlerer Brustumfang(zwischen Ein- und Ausatmung unter den Brüsten gemessen) x Körpergröße in cm / 240

ergibt für Standardberechnungen schon akzeptable Werte. Eine der genauesten Formeln ist derzeit das sogenannte "Body-Mass-Index" (BMI). Die Berechnung erfolgt relativ einfach:

Körpergewicht (in kg) / Körperhöhe (in m)

Beispiel: Bei einem Körpergewicht von 100 kg und einer Körpergröße von 1,80 m ergibt sich:

100 / (1,80 * 1,80) = 100 / 3,24 = 30,8 BMI

All diese Meßmethoden zur Bestimmung des absoluten Gewichtes sagen nicht viel über die Körperzusammensetzung aus. Ein sogenanntes Übergewicht muß nicht zwangsläufig mit zuviel Körperfett einhergehen, bei deutlichem Übergewicht ist die Frage des Wasseranteils äußerst wichtig.

Bei der Behandlung von Ernährungsstörungen, bei der Gewichtsreduktion sowie zur Ernährungsberatung liefert die Bio-Impedanzmethode als nicht belastendes Meßverfahren genaue Aussagen zu den Punkten

  • Gesamtkörperfett
  • Fettfreie Körpermasse
  • Gesamtkörperwasser

BMI Tabelle

Normalgewicht ist ein wichtiger Gesundheitsfaktor

Für die Gesundheit speziell von Herz und Kreislauf spielt ein normales Gewicht eine wichtige Rolle. Überschüssige Pfunde senken die körperliche Leistungsfähigkeit und bedeuten ein echtes Gesundheitsrisiko. So erhöht Übergewicht die Gefahr von arteriosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettstoffwechselstörungen, Zuckerkrankheit und weiteren Störungen.

Wer dazu noch an einem anderen Risikofaktor leidet, etwa Bluthochdruck oder erhöhten Blutfettwerten, ist gleich mehrfach gefährdet. Andererseits können übergewichtige Hochdruckpatienten durch Gewichtsreduktion gleich mehrfach Gutes erreichen: Die Belastung für Herz und Kreislauf sinkt, erhöhte Blutfettwerte können zugleich abnehmen, die allgemeine Stoffweechselsituation verbessert sich und die allgemeine Leistungsfähigkeit auch.

Erfolgreich abnehmen heißt Kalorien einsparen

Um erfolgreich abzunehmen, ist es erforderlich, seine Ernährung so umzustellen, dass man weniger Energie - sprich Kalorien - zu sich nimmt als man verbraucht. Und das heißt vor allem: Fett einsparen. Denn Fett ist eine Kalorienbombe. Um das Gewicht zu halten, soll man nicht mehr als 1 Gramm Fett pro Kilogramm Normalgewicht am Tag zu sich zu nehmen. Wer aber abnehmen will, sollte auf jeden Fall noch weniger Nahrungsfett essen.

Eine kurze Anleitung, um den Fettverbrauch zu reduzieren:

Um das Gewicht auf Dauer reduzieren zu können, müssen Sie einige Veränderungen in Ihren Ernährungsgewohnheiten vornehmen. Dazu gehört vor allem die Verwendung von Lebensmitteln mit einem geringen Fettgehalt.

Daher steht an erster Stelle der Einkauf!

Abnehmen fängt immer mit dem Einkauf an. Achten Sie auf die Angaben des Fettgehaltes auf den Packungen z. B. bei Käse und Milchprodukten. Diese Lebensmittel gibt es in jedem normalen Supermarkt. Schauen Sie sich auch mal die Listen mit den Fettgehalten von Lebensmitteln in dieser Patienteninformation an und suchen Sie sich die fettärmere Alternative zu Ihren bisherigen Lebensmitteln heraus.

Frühstück

Das Frühstück ist der für viele wichtige Anfang des Tages. Daher sollten Sie sich nicht jetzt schon mit zuviel Fett belasten. Wir möchten Ihnen hier ein paar Vorschläge machen, wie Sie ein gutes Frühstück ohne zuviel Fett bereiten können:

Kaufen Sie sich Brot oder Brötchen wie Sie es wollen, Mehrkornbrötchen sind hierbei von besonderem Vorteil; vermeiden Sie aber Croissants, sie enthalten zuviel Fett.

Verwenden Sie Halbfettbutter oder Halbfettmargarine als Erstaufstrich, oder verzichten Sie mal ganz darauf. Achten Sie aber darauf, wirklich Halbfettmargarine zu kaufen. Diätmargarine (auch Becel) ist nicht immer eine Halbfettmargarine! Also genau hingeschaut!

Die Vorschläge für den Belag gelten natürlich auch für Brote zum Mitnehmen!

Belegen/Bestreichen Sie Ihr Brot/Brötchen mit folgenden Produkten:

Honig (alle Sorten) > Magerquark > Putenbrust
Konfitüren (alle Sorten) > Kräuterquark > Corned Beef
Gelees (alle Sorten) > Harzer Käse > Geflügel in Aspik
Sirup > Edamer, 30% Fett > Kassler
Apfelkraut/-mus > Tilsiter, 30% Fett > Rindfleisch in Aspik
Schoko-/Milchcreme > Camembert, 30% Fett > Tatar
Schmelzkäse, 10-20% Fett > Lachsschinken
Hüttenkäse > gekochter Schinken
Schichtkäse, 20% Fett > Farmerschinken
Räucherschinken ohne Fett
Gänseleberwurst
Geflügelwurst

Zusätzlich können Sie je nach Geschmack auch noch Gurken, Tomaten etc. dazu essen.

Müsli, etc.: Nehmen Sie fettarme (1,5% Fett) Milch für das Müsli etc. Ideal ist ein Müsli mit wenig Nüssen = Früchtemüsli. Weiterhin: Cornflakes, Corn Pops, Frosties, Smacks.

Hier ist doch bestimmt etwas dabei, was Sie auch mögen und lieben. Wie Sie sehen, kann man sich sehr viele verschiedene Dinge für das Frühstück gönnen, ohne wie bei einer strengen Diät etwas essen zu müssen, was man nicht mag.

Snacks

Wenn Sie zwischendurch etwas essen wollen oder Appetit auf etwas Süßes haben, dann sollten Sie etwas aus dem folgenden Angebot auswählen: Corny Müsli-Riegel (nicht Nuß oder Schokolade)

Gummibären
Lakritzkonfekt oder ähnliches (alle Haribo- oder Katjes-Produkte)
Maoam
Schokokuß
Popcorn
Weingummi
After Eight
Rolo-Toffee
Nimm-2 Bonbons, Fruchtdrops, etc.

Natürlich geht auch Obst!

Fast Food

In den meisten Gerichten zum "Schnell-Essen" ist enorm viel Fett. Daher sollte man nicht zu oft an die Bude oder zu Mc-Do gehen. Einige Produkte sind jedoch nicht ganz so gefährlich.

Hamburger einfach (ohne Käse)
Bei Pommes die Mayonäse weglassen, nur mit Ketchup
Döner Kebap mit wenig Tzatziki
Krabbenbrötchen
Champignonpizza (wenig Käse), Schinkenpizza (wenig Käse)
Belegte Brötchen/Baguettes mit Schinken, gekochtem Schinken (ohne Käse)

Mittagessen

Für ein leckeres Mittagessen sind im Anhang einige Rezepte angeführt, die Ihnen zeigen sollen, wie gut Sie mit weniger Fett kochen können. Wenn Sie aber nicht immer neue Rezepte ausprobieren wollen, dann sollten Sie bei Ihren eigenen Rezepten einige Tipps berücksichtigen:
  • Zum Anbraten von Fleisch und Gemüsen ist in der Regel nur wenig Fett notwendig. Statt die Pfanne oder den Topf mit Fett zu überfluten, sollten Sie das Kochgeschirr nur mit wenig Öl oder Fett und einem Backpinsel ausstreichen. Damit Fleisch nicht anbrennt, lieber einmal öfter anheben oder umdrehen.
  • Man kann auch sehr viel erreichen, in dem man Teile des erreichbaren Fetts am Bratgut vorher mit dem Messer abschneidet.
  • Garen Sie Gemüse mit wenig Wasser und ohne Fett. Jeder Stich "gute" Butter ist einer zuviel!
  • Braten Sie Schnitzel oder Koteletts ohne sie zu panieren.
  • Soßen entfetten: Wenn Sie Fleisch gebraten haben und die Soße zubereiten wollen, dann gießen Sie zuerst die Bratflüssigkeit in ein separates Gefäß (gläserne Tasse oder kleine Glaskanne) und stellen Sie es bei Seite. Kochen Sie dann wie gewohnt den Bratensatz mit Wasser, Wein oder anderen Flüssigkeiten los und würzen Sie die Soße wie gewohnt oder im Rezept angegeben vor. Dicken Sie die Soße mit Soßenbinder oder Speisestärke leicht an. Schmecken Sie die Soße ab. Schauen Sie jetzt zur beiseite gestellten Bratflüssigkeit. In der Regel befindet sich oben auf der Flüssigkeit bereits ein Fettfilm, den Sie im Glasgefäß gut sehen können. Nehmen Sie einen Löffel oder eine Soßenkelle und tauchen Sie sie so weit in die Flüssigkeit, bis die obere Schicht langsam hineinläuft. Wenn Sie so einen Teil des Fettes abgenommen haben, geben Sie unter Abschmecken soviel Bratflüssigkeit in die Soße, wie es für den Geschmack brauchen. Dicken Sie dann die Soße weiter an oder kochen Sie sie auf die gewünschte Konsistenz ein. Diese Variante benötigt nur wenig Zeit mehr und halbiert locker den Fettgehalt in der Soße ohne dem Geschmack zu schaden.
  • Soße erkalten lassen und die feste Fettschicht abheben. Dies geht besonders gut, wenn Sie Gerichte für mehr als einen Tag kochen oder vorkochen.
  • Creme fraiche oder Creme double enthalten einfach zu viel Fett. Daher sollten se nicht zum Soßen verfeinern eingesetzt werden. Besser ist Joghurt oder saure Sahne mit geringem Fettanteil (10%). Geben Sie saure Sahne etc. nie in großen Mengen in die Soße. Für den Geschmack reichen oft schon 1-2 Teelöffel. Probieren Sie es aus!
  • Vermeiden Sie so oft Sie können Mehlschwitzen, etc. Wenn Sie dennoch eine verwenden wollen, dann benutzen Sie Halbfettbutter.

In der Kantine

  • Die Menge der Soße wenn möglich selbst wählen, die Gerichte nicht "ertränken" lassen. Dies gilt auch für Salate.
  • Kartoffeln nicht in der Soße zerdrücken, sondern stückweise in die Soße tunken.
  • Für reichlich Nudeln, Reis oder Kartoffeln als Beilage sorgen. Auf Bratkartoffeln oder Pommes frites sollten Sie aber verzichten.
  • Meiden Sie Gerichte, die paniertes Fleisch oder Fisch enthalten. Wählen Sie lieber gegrilltes Fleisch/Fisch.
  • Generell sind rote Soßen zu Nudeln weißen Soßen vorzuziehen.
  • Vermeiden Sie Gerichte mit Sauce Hollandaise oder Sauce Bearnaise. Oft gibt es ähnliche Gerichte ohne diese schweren Soßen.
  • Finger weg von allen mit Käse überbackenen Gerichten!
  • Schneiden Sie sichtbares Fett am Fleisch teilweise ab! Es ist nicht verboten, etwas auf dem Teller zurückzulassen.
  • Geflügelgerichte vor allem ohne Haut (wie z. B. Brustfilets) haben wenig Fett, aber passen Sie auch hier bei der Soße auf.

Abendessen

Wenn Sie Ihr Abendessen mit Brot gestalten, dann gelten erst mal die gleichen Bedingungen wie beim Frühstück. Wenn Sie abends warm essen, gelten die Bedingungen wie beim Mittagessen. Vermeiden Sie aber zwei warme Mahlzeiten am Tag.

Kaufen Sie sich Brot oder Brötchen wie Sie es wollen. Die Scheiben sollten aber dicker geschnitten sein! Mehrkornprodukte sind hierbei von besonderem Vorteil!

Verwenden Sie Halbfettbutter oder Halbfettmargarine als Erstaufstrich, oder verzichten Sie mal ganz darauf. Achten Sie aber darauf, wirklich Halbfettmargarine zu kaufen. Diätmargarine (auch Becel) ist nicht immer eine Halbfettmargarine! Also genau hingeschaut!

Belegen Sie Ihr Brot/Brötchen mit folgenden Produkten:

Magerquark > Putenbrust > Hering in Gelee
Kräuterquark > Corned Beef > Thunfisch ohne Öl
(im eigenen Saft)
Harzer Käse > Geflügel in Aspik
Edamer, 30% Fett > Kassler > Farmersalat
Tilsiter, 30% Fett > Rindfleisch in Aspik > Rohkostsalat
Camembert, 30% Fett > Tartar
Schmelzkäse, 10-20% Fett > Lachsschinken
Hüttenkäse > Gekochter Schinken
Schichtkäse, 20% Fett > Farmerschinken
Räucherschinken, ohne Fettrand
Bratenaufschnitt
Gänseleberwurst
Geflügelwurst

Zusätzlich können Sie je nach Geschmack auch noch Gurken, Tomaten etc. dazu essen.

Beim Fernsehen

Wenn Sie gerne beim Fernsehen noch etwas essen möchten, dann sollten Sie Produkte aus der folgenden Liste wählen:

Cräcker
Tuc
Salzstangen/-brezel
Grissini
Popcorn
Gold-Fischli

Autor:

Dr. Bolz
Hauptstr. 62
45549 Sprockhövel
www.praxis-bolz.de