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Aufklärung zur Schutzimpfung gegen Pneumokokken - mit Konjugatimpfstoff

Pneumokokken-lnfektionen werden durch das Bakterium Streptococcus pneumoniae hervorgerufen. Übertragen werden die Bakterien durch Tröpfcheninfektion.

Mehr als die Hälfte aller Erwachsenen und fast alle Kinder haben Pneumokokken in ihren Atemwegen "zu Gast". Bei Kindern unter zwei Jahren oder bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem können diese Bakterien lebensbedrohliche Infektionen hervorrufen (z. B. Hirnhautentzündung, Lungenentzündung, Blutvergiftung).

Impfstoff

Der Impfstoff enthält Teile der Bakterienhülle des Erregers (Polysaccharid). Er richtet sich gegen die sieben Typen des Erregers, die rund 70% aller Pneumokokken-Erkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren in Deutschland hervorrufen. Er ist für Säuglinge und Kleinkinder unter zwei Jahren ab einem Alter von zwei Monaten geeignet. Der Impfstoff wird in den Muskel gespritzt (intramuskuläre Injektion). Je nach Alter des Kindes werden zwei bis vier Injektionen für einen vollständigen Impfschutz benötigt.

Wer soll geimpft werden?

Kinder mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens wie z. B.

  • chronische Krankheiten der Lunge, des Herz-Kreislauf-Systems, der Niere
  • Diabetes mellitus und andere Stoffwechselkrankheiten
  • Erkrankungen der blutbildenden Organe, nach Knochenmarktransplantation
  • Patienten mit bestehender oder drohender Störung des Immunsystems (z. B. Immundefekte, HIV-Infektion, Organtransplantation, vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie)
  • Bei Patienten mit fehlender oder funktionsunfähiger Milz oder bei Patienten mit Hodgkin-Erkrankung und Patienten, denen die Milz entfernt werden soll oder kürzlich entfernt wurde, sollte der Arzt über den günstigen Zeitpunkt für die Impfung beraten, da durch eine erforderliche Behandlung oder die Operation vorübergehend die Immunantwort gestört sein kann.
  • Frühgeborene (Geburt vor vollendeter 37. Schwangerschaftswoche)
  • Säuglinge und Kinder mit Gedeihstörungen oder neurologischen Erkrankungen

Die Impfung kann zeitgleich mit anderen Impfungen erfolgen.

Wer soll nicht geimpft werden?

Nicht geimpft werden sollen:

  • Wer an einer akuten, behandlungsbedürftigen Erkrankung mit Fieber leidet. Aber: Banale Infekte sind kein Grund, nicht zu impfen.
  • Wenn nach einer früheren Impfung gegen Pneumokokken-lnfektionen starke Impfreaktionen aufgetreten waren oder eine Überempfindlichkeit gegen einen der Impfstoffbestandteile bekannt ist, berät Sie der Impfarzt über die Notwendigkeit und Möglichkeit weiterer Impfungen.

Der Koniugat-Impfstoff ist nicht zur Anwendung bei Erwachsenen bestimmt. Wenn Säuglinge oder Kinder an einer erhöhten Blutungsneigung leiden und daher keine Spritzen erhalten sollten, ist dieser Impfstoff möglichst nicht (bzw. nur unter entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen) anzuwenden. Wegen der geringen Fallzahlen ist bislang noch wenig bekannt darüber, wie wirksam der neue Konjugatimpfstoff bei Säuglingen und Kindern aus Hochrisikogruppen ist. Gerade für sie ist die Impfung jedoch besonders wichtig, da sie besonders gefährdet sind, schwer an einer Pneumokokkeninfektion zu erkranken (z. B. HIV-Infizierte oder Säuglinge, die ohne Milz geboren wurden). In diesen Fällen berät Sie der Arzt individuell über die möglichen Risiken und den potenziellen Nutzen dieser Schutzimpfung.

Mögliche Reaktionen nach der Impfung

Als Ausdruck einer normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kommt es bei etwa zehn Prozent der Geimpften innerhalb von zwei bis drei Tagen an der Impfstelle zu einer vorübergehenden schmerzenden Schwellung oder Rötung, zum Teil mit leichter Bewegungseinschränkung. Ebenfalls innerhalb von ein bis drei Tagen, selten länger anhaltend, kann es auch zu Allgemeinsymptomen wie Fieber von 39°C und höher, Reizbarkeit, Schläfrigkeit, unruhigem Schlaf oder Magen-Darm-Beschwerden kommen. Bei der Auffrischimpfung, also der dritten oder vierten Impfdosis, kann bei einem Drittel der Geimpften eine Druckempfindlichkeit mit Bewegungseinschränkung an der Impfstelle auftreten. In der Regel sind die Impfreaktionen vorübergehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab.

Bei gleichzeitiger Gabe eines Sechsfach-Impfstoffes können vermehrt Fieberreaktionen auftreten. Gegebenenfalls wird der Arzt vorsorglich Fieberzäpfchen empfehlen.

Impfkomplikationen

Eine Überempfindlichkeitsreaktion auf die Impfung in Form von Nesselfieber kann gelegentlich auftreten. Selten kommt es im Zusammenhang mit einer Temperaturerhöhung zu einem Fieberkrampf, der in der Regel folgenlos abklingt. Nach Anweisung des Arztes können gegebenenfalls Fieberzäpfchen verabreicht werden. Anzeichen von Kreislaufschwäche, gekennzeichnet durch Blässe und Apathie sind möglich, bilden sich aber schnell und folgenlos zurück.

Wenn Sie irgendwelche ungewöhnlichen Krankheitssymptome bei dem Geimpften beobachten, steht Ihnen der lmpfarzt zur Beratung zur Verfügung.

Vor Durchführung der Impfung bitten wir Sie zusätzlich um folgende Angaben:

  1. Sind Sie (der Impfling) gegenwärtig gesund?
  2. Ist bei Ihnen (dem Impfling) eine Allergie bekannt?
  3. Traten bei Ihnen (dem Impfling) nach einer früheren Impfung allergische Erscheinungen, hohes Fieber oder sonstige ungewöhnliche Reaktionen auf?


Falls Sie noch mehr über die Schutzimpfung gegen Pneumokokken wissen wollen, fragen Sie den Impfarzt!

Autor:

Dr. Bolz
Hauptstr. 62
45549 Sprockhövel
www.praxis-bolz.de