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Aufklärung zur Schutzimpfung gegen Pneumokokken - mit Polysaccharidimpfstoff

Pneumokokken-lnfektionen werden durch dos Bakterium Streptococcus pneumoniae hervorgerufen Dieses Bakterium ist die zweithäufigste Ursache von akuten bakteriellen Hirnhautentzündungen bei Kindern unter fünf Jahren und einer der häufigsten Erreger von Lungenentzündungen bei älteren Menschen. Übertragen werden die Bakterien durch Tröpfcheninfektion, Viele Menschen tragen den Erreger aber schon jahrelang in sich, beispielsweise auf den Schleimhäuten des Nasen-Rachen-Raumes. Sie erkranken erst, wenn ihre Immunabwehr schwächer wird, und der Erreger sich im Körper ausbreitet. Daher sind ältere Menschen und Menschen mit chronischen Krankheiten besonders anfällig für Infektionen mit Streptococcus pneumoniae.

Impfstoff

Der Polysaccharidimpfstoff enthält die 23 Typen des Erregers, die 90 Prozent aller Pneumokokken-Erkrankungen in Europa hervorrufen. Er wirkt insbesondere zur Vorbeugung gegen die Lebensgefährlichen Formen der Infektion z.B. Lungenentzündung). Der Impfstoff wird in den Muskel (intramuskulär) oder unter die Haut subkutan) gespritzt. Die Polysaccharidimpfstoffe sind für Kinder ab dem vollendeten zweiten Lebensjahr Jugendliche und Erwachsene zugelassen.

Wer soll geimpft werden?

Alle Personen über 60 Jahre.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens wie z. B.

  • chronische Krankheiten der Lunge, des Herz-Kreislauf-Systems, der Leber (einschließlich Zirrhose) der Nieren
  • Diabetes mellitus und andere Stoffwechselkrankheiten
  • Erkrankungen der blutbildenden Organe
  • Patienten mit bestehender oder drohender Störung des Immunsystems z.B. HIV-Infektion Organtransplantation, Tumorerkrankungen)
  • Patienten mit fehlender oder funktionsunfähiger Milz
  • Alkoholiker

Die Impfung wird einmalig verabreicht. Besteht weiterhin ein erhöhtes Gesundheitsrisiko, kann die Impfung wiederholt werden. Dies soh dann aber frühestens sechs Jahre bei Kindern unter zehn Jahren frühestens drei Jahre) nach der ersten Impfung geschehen. Die Impfung kann zeitgleich mit anderen Impfungen, z. B. gegen Influena zu, erfolgen. Dadurch wird weder der Impferfolg beeinträchtigt noch treten vermehrt Impfreaktionen auf.

Wer soll nicht geimpft werden?

Nicht geimpft werden sollen:

  • Wer an einer akuten, behandlungsbedürftigen Erkrankung leidet. Banale Infekte sind kein Grund, nicht zu impfen.
  • Wenn nach einer früheren Impfung gegen Pneumokokken-Infektionen starke Impfreaktionen aufgetreten waren, berät Sie der lmpfarzt über die Notwendigkeit und Möglichkeit weiterer Impfungen.
  • Patienten mit Hodgkinerkrankung und Patienten, denen die Milz entfernt werden soll oder kürzlich entfernt wurde, sollten sich mit dem Arzt über den günstigen Zeitpunkt für die Impfung beraten, da durch eine erforderliche Behandlung oder die Operation vorübergehend die Immunantwort gestört sein kann.
  • Schwangere und Stillende sollten nur nach sorgfältiger Risiko-Nutzen- Abwägung geimpft werden, da bisher keine ausreichenden Erfahrungen bei ihnen vorliegen

Mögliche Reaktionen nach der Impfung

An der Impfstelle kann es zu einer vorübergehenden schmerzenden Schwellung oder Rötung kommen. Gelegentlich sind benachbarte Lymphknoten verhörtet oder geschwollen. Diese Reaktion klingt in der Regel nach 48 Stunden ab. Selten treten vorübergehende Allgemeinreaktionen wie Kopfschmerzen Fieber, Abgeschlagenheit oder Gelenkschmerzen auf, gelegentlich auch Magen-Darm-Beschwerden oder Schüttelfrost. Wird eine Wiederholungsimpfung zu früh durchgeführt, können diese Impfreaktionen etwas häufiger und stärker auftreten.

Impfkomplikationen

In seltenen Fällen kann eine Überempfindlichkeitsreaktion auf den Impfstoff in Form von Nesselfieber oder anderen, sehr selten auch schweren, allergischen Erscheinungen auftreten.

Bei Patienten die in der Vergangenheit eine Erkrankung der Blutplättchen mit Blutungsneigung ITP hatten, trat in seltenen Fällen zwei bis 14 Tage nach Impfung ein Rück für die Dauer von bis zu zwei Wochen auf.

In sehr seltenen Einzelfällen wurde über Erkrankungen der Nerven, des Rückenmarks oder des Gehirns berichtet, z.B. Missempfindungen wie Kribbeln oder Lähmungen z.B. Guillain-Barre-Syndrom). Ein Zusammen hang mit der vorausgegangenen Impfung ist jedoch fraglich.

Wenn Sie irgendwelche ungewöhnlichen Krankheitssymptome bei dem Geimpften beobachten steht Ihnen der Impfarzt zur Beratung zur Verfügung.

Vor Durchführung der Impfung bitten wir Sie zusätzlich um folgende Angaben:

  1. Sind Sie (der Impfling) gegenwärtig gesund?
  2. Ist bei Ihnen (dem Impfling) eine Allergie bekannt?
  3. Traten bei Ihnen (dem Impfling) nach einer früheren Impfung allergische Erscheinungen, hohes Fieber oder sonstige ungewöhnliche Reaktionen auf?

Falls Sie noch mehr über die Schutzimpfung gegen Pneumokokken wissen wollen, fragen Sie den Impfarzt!

Autor:

Dr. Bolz
Hauptstr. 62
45549 Sprockhövel
www.praxis-bolz.de