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Aufklärung zur Schutzimpfung gegen Keuchhusten (mit azellulärem Impfstoff)

Keuchhusten (Pertussis) ist eine durch das Bakterium Bordetella pertussis hervorgerufene Erkrankung. Sie beginnt zumeist wie eine Erkältung. Im weiteren Verlauf treten schwere Hustenanfälle auf, die monatelang anhalten können. Oft kommt es auch zu Atemnot und Erbrechen. In den ersten sechs Lebensmonaten kann der typische Husten ausbleiben, stattdessen droht Atemstillstand. Neugeborene haben keinen Nestschutz (Abwehrstoffe von der Mutter) gegen Keuchhusten, sie können also bereits in den ersten Lebenstagen erkranken und sind damit in besonders hohem Maße gefährdet. Bedrohlich ist der Keuchhusten zudem durch die hohe Rate schwerwiegender Komplikationen, von denen insbesondere Lungenentzündung, Mittelohrentzündung, Krampfanfälle und bleibende Gehirnschäden zu nennen sind. Auch heute sind noch tödlich verlaufende Keuchhustenerkrankungen zu beklagen. Besonders durch Keuchhusten gefährdet sind Säuglinge sowie Kinder mit bestehenden Herz- und Lungenkrankheiten.

Auch moderne Behandlungsmöglichkeiten können bei Ungeimpften die oft schwerwiegenden Krankheitsverläufe und die Folgen einer Keuchhustenerkrankung nicht immer verhindern. Vor dieser Erkrankung schützt nur die rechtzeitig durchgeführte Impfung!

Impfstoff

Der Impfstoff gegen Keuchhusten enthält im Wesentlichen verschiedene Bestandteile des abgetöteten Keuchhustenbakteriums, die den Organismus dazu anregen, schützende Antikörper zu bilden (azellulärer Pertussisimpfstoff). Dieser Impfstoff ist besser verträglich als die früher eingesetzten Impfstoffe aus ganzen abgetöteten Bakterien ("Ganzkeim-Impfstoffe"), die heute nicht mehr gebräuchlich sind. Der Impfstoff wird in der Regel in einen Muskel gespritzt.

Hinweis: Die im Kindesalter laut Impfkalender empfohlenen Schutzimpfungen werden vorzugsweise mit Kombinationsimpfstoffen durchgeführt, beispielsweise in Form einer Dreifachimpfung gegen Diphtherie, Keuchhusten und Wundstarrkrampf. In bestimmten Fällen kann es aber auch sinnvoll sein, die Keuchhustenimpfung einzeln zu geben.

Wer und wann soll geimpft werden?

Eine Impfung gegen Keuchhusten wird Säuglingen ab einem Alter von acht Wochen empfohlen. Geimpft werden sollte möglichst früh, d. h. im Alter von zwei, drei und vier Monaten, gefolgt von einer Wiederimpfung im Alter von 11 bis 14 Monaten, die den Impfschutz vervollständigt. Eine Auffrischimpfung gegen Keuchhusten ist außerdem zwischen den 9. und 18. Geburtstag vorgesehen.

Besonders bei Kindern mit Geschwistern im Säuglingsalter sollte auf einen vollständigen Impfschutz geachtet werden, um zu verhindern, dass die Infektion auf den noch ungeschützten Säugling übertragen wird.

Eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten wird auch dem Personal in Kindereinrichtungen empfohlen (Kinderkrippen, -gärten, -tagesstätten, Kinderkliniken, kinderärztliche Praxen).

Wer sollte nicht geimpft werden?

Wer an einer akuten behandlungsbedürftigen Erkrankung mit Fieber leidet, soll nicht geimpft werden. Die Impfung ist dann zum frühestmöglichen Zeitpunkt nachzuholen. Bei Kindern, die an Erkrankungen des Nervensystems leiden oder bei denen der Verdacht auf eine solche Erkrankung besteht, berät der impfende Arzt die Eltern über die Notwendigkeit und die Möglichkeit der Impfung.

Verhalten nach der Impfung

Als Reaktion auf die Impfung kann es in seltenen Fällen zu Fieber kommen, Eine Temperaturerhöhung bis 38,5°C ist im Allgemeinen kein Grund zur Besorgnis. Höheres Fieber ist selten. Nach Anweisung des Impfarztes können Fieberzäpfchen verabreicht werden. Bei hohem Fieber oder anderen Auffälligkeiten steht Ihnen der Impfarzt zur Beratung zur Verfügung.

Mögliche Reaktionen nach der Impfung

Wie bereits ausgeführt, kann es nach der Impfung zu Fieber kommen, dessen Höhepunkt meist schon am Abend des Impftages oder innerhalb von 24 bis 48 Stunden zu verzeichnen ist. Nach der Keuchhusten-Schutzimpfung werden außerdem gelegentlich Anzeichen eines gestörten Allgemeinbefindens, wie zum Beispiel Appetitlosigkeit, Schläfrigkeit und Unruhe beobachtet. In sehr seltenen Fällen schreit das Kind nach der Impfung lang und anhaltend. An der Impfstelle kann eine wenige Tage anhaltende schmerzempfindliche Schwellung und/oder eine Rötung auftreten. Auch Hautausschläge oder eine Verhärtung können an der Impfstelle auftreten.

Sind Komplikationen möglich?

Impfkomplikationen sind über das normale Maß einer Impfreaktion hin ausgehende Erscheinungen. So kann es selten nach der Impfung und der damit einhergehenden Fieberreaktion zu einem Fieberkrampf kommen, der in der Regel folgenlos abklingt. Nach Anweisung des Impfarztes können gegebenenfalls vorbeugend Fieberzäpfchen verabreicht werden. Sehr selten können Anzeichen von Kreislaufschwäche auftreten, gekennzeichnet durch Blässe und Apathie. Überempfindlichkeitsreaktionen gegen den Impfstoff sind in Form von Nesselfieber oder allergischen Erscheinungen gelegentlich beobachtet worden.

Wenn Sie irgendwelche ungewöhnlichen Krankheitssymptome bei dem Geimpften beobachten, so steht Ihnen der Impfarzt zur Beratung zur Verfügung.

Autor:

Dr. Bolz
Hauptstr. 62
45549 Sprockhövel
www.praxis-bolz.de