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Tinnitus - das (un)heimliche Ohrgeräusch

Tinnitus (Ohrgeräusche) bezeichnet alle Hörwahrnehmungen, die nicht durch Geräusche von außen bedingt sind. In den letzten Jahren ist das Leiden zu einer regelrechten und bekannten Volkskrankheit geworden.

Kaum größer als eine 1-Cent-Münze sorgt ein kleines Organ im Innenohr für Phantastisches: Die Aufnahme von Geräuschen, Lauten und Sprache und deren Umwandlung in Nervensignale. Aber das "empfänglichste" von allen Sinnesorganen ist gleichsam auch das empfindlichste. So steht es der Zunahme der Umweltgeräusche, der akustischen Belastungen im Verkehr, Beruf oder Freizeit relativ hilflos gegenüber. Die Möglichkeiten, sich gegen eine Reizüberflutung der Geräusche abzuschirmen, sind sehr begrenze: Das Ohr ist immer offen, auch nachts, wenn wir schlafen.

Die Folge davon ist, dass unser Gehörsystem oft vollständig überreizt ist. So treten Schädigungen am Hörorgan wesentlich häufiger auf als früher; auch die Form des Geräusches, die nur für den Betroffenen wahrnehmbar ist, also den Tinnitus, ebenso.

Ca. 10% der Bevölkerung leiden inzwischen an einem dauerhaften Tinnitus, der mehr oder weniger stark ausgeprägt sein kann. Etwa 0,5 bis 1% der Bundesbürger erkranken so ernsthaft, dass sie wegen der Folgestörungen wie Schlaflosigkeit, depressive Entwicklung, Konzentrationsstörung, erheblich eingeschränkte Arbeitsfähigkeit einer psychosomatischen oder gar psychiatrischen Behandlung bedürfen. Der wichtigste Grund für die Zunahme der Tinnitus-Erkrankung dürfte die rasante industrielle und technische Entwicklung der letzten Jahre sein. Dies hat eine derartige Mehrbelastung für den menschlichen Organismus gebracht, dass gerade empfindliche Systeme massiv gestört werden können. Auch seelische Belastungen und kaum noch verkraftbare Veränderungen scheinen einen möglicherweise schon vorher vorhandenen aber bis dahin nicht als quälend empfundenen Tinnitus deutlicher in die Wahrnehmung des Patienten zu rücken. Dabei kann dann der Tinnitus in den Vordergrund des Beschwerdebildes treten und macht in diesem Zusammenhang oft erst auf die seelische Not aufmerksam.

Die Behandlung des akuten und des chronischen Tinnitus sind völlig verschieden

Die Behandlung des frischen Tinnitus ist erst einmal im Bereich der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde zu suchen. Dazu gehören beim frischen Tinnitus Infusionsbehandlungen und andere medikamentöse Therapien. Dabei lassen sich meist gute Erfolge erzielen. Wenn dann aber der Tinnitus nicht innerhalb sechs Wochen bis drei Monaten zurückgeht, zeigt sich leider oft, dass jedes weitere Bemühen, den Tinnitus doch noch "auszulöschen", oft das Krankheitsausmaß steigert.

Behandlung des chronischen Tinnitus

Beschreibt der Patient seinen Tinnitus als unveränderlich, nicht von irgendwelchen Einflüssen oder Tageszeiten veränderbar, so stehen die Erfolgsaussichten auch bei alternativer Therapie seht schlecht. "Lebt" der Tinnitus noch, ändert er also seine Frequenz, seine Intensität oder ist bisweilen ganz weg, ist die therapeutische Möglichkeit vorhanden.

Bewährt hat sich bei diesen "aussichtslosen" Fällen eine Dreifachkombination aus Sauerstofftherapie, durchblutungsfördernden Infusionen sowie der Neuraltherapie.

Die Sauerstofftherapie nach Regelsberg infundiert dem Patienten in aufsteigender Dosierung reinen Sauerstoff ins Blut. Diese Art der Infusion wird etwa 10 - 15 Mal wiederholt. Näheres zu dieser Infusionsart können Sie einem speziellen Merkblatt über die Oxyvenierung nach Regelsberg nachlesen.

Die Infusionstherapie zur Durchblutungssteigerung wird ebenfalls etwa 10 - 15 Mal durchgeführt, am besten im Wechsel mit der Sauerstofftherapie. Hierfür werden Substanzen eingesetzt, die vorwiegend im Kopf, an den zentralen Organen wirksam sind.

Neuraltherapie wird in Deutschland noch sehr wenig durchgeführt. Es gibt etwa 600 ausgebildete und mit Prüfung zertifizierte Neuraltherapeuten in Deutschland. Mit Hilfe dieser Neuraltherapie werden die betroffenen Nerven direkt angegangen. Es wird auf diese Nerven mit einer naturnahen Substanz eingewirkt, um ihr elektrisches Potential zu verändern, um schließlich den normalen Reizzustand der beteiligten Nerven und des Sinnesorgans zu erreichen. Erfahrungsgemäß werden auch etwa zwischen 10 - 20 neuraltherapeutische Sitzungen zur Tinnitusbehandlung gebraucht.

Die Erfolgsaussichten bei der Behandlung des Tinnitus sind gut.

Autor:

Dr. Bolz
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45549 Sprockhövel
www.praxis-bolz.de